Gästebuch 2009
Wir freuen uns über Ihre Leserbriefe an kontakt@blausand.de. Für den Inhalt der Zuschriften sind die Verfasser verantwortlich. Blausand.de behält sich vor, Zuschriften zu kürzen. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen und Ihren Wohnort. Über ein Foto freuen wir uns.
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Sabine Ida, Cadenet bei Aix en Procence, Frankreich, Dezember 2009
Alkohol wurde auch nicht erwähnt


Auch das Mittelmeer an der Westprovence kann überraschen ! Normalerweise liebt man das Meer doch wegen der Wellen usw., und wenn man in eine kleine Strömung hineingerät, die ein wenig abtreibt, ist das ja eher lustig. Aber wenn im Mittelmeer bei heisser Sonne plötzlich ein bisschen Wind aufkommt und leichter Wellengang einsetzt, darf man nicht jubeln, sondern man muss sich mancherorts fürchten, denn plötzlich werden einem die Beine stark vom Boden Richtung Meer gerissen, obwohl man nur bis zum Bauch im Wasser steht...und man weiss nicht wieso und wohin das abtreiben würde.

Bei Ebbe sollte man ja möglichst nicht mehr schwimmen, wegen Sog ins Meer. Das Mittelmeer hat auch Ebbe und Flutgezeiten, allerdings in sehr abgeschwächter Version und nur im Westen. Deshalb gilt die Regel: ohne Wind eh keine Wellen, kaum Strömung, also unwichtig, Gezeiten zu kennen. Im Falle aufkommenden Windes wären die Gezeiten aber doch interessant, da sich Strömungsrichtungen und Geschwindigkeiten bilden, die abtreiben. So musste ich auch lesen, dass letzten Sommer in Sète eine Gruppe von 12 Leuten abgetrieben ist, die bei 40 Grad und gnadenlos blauem Himmel, sowie aufkommenden Miniwellen nicht eingesehen hat, die plötzlich gehisste Warnflagge zu beachten. (Nach dem Motto : Franzosen sind ja alles Nichtschwimmer). Dabei hat es leider Ertrinkungsfälle gegeben. (Eine Jugendliche und den Rest weiss ich nicht mehr).

Auf dem Wachposten sind sie wohl nicht auf eine ertrinkende Gruppe eingestellt gewesen, zumal junge Leute ja schwimmen können. Alkohol wurde auch nicht erwähnt. Quallen, komische Strömungen bei vergleichsweise leichtem Wellengang...wenn ich hier nur nicht arbeiten müsste! Habe Heimweh nach meiner altvertauten Nordsee.


Michael Jakobs, Gomera (Kanarische Inseln, Spanien), Dezember 2009
Gomeros kamen zu Hilfe


Ich wohne auf Gomera im Valle Gran Rey, wo auch die meisten Touristen sind. Im Valle Gran Rey gibt es 3 Strände, wobei im Winter oft nur Steine da sind, da der Sand beim ersten Sturm weggespült wird, dann aber wieder ab März/April langsam wieder kommt. Der kleine Strand am Hafen in Vueltas kann ganzjährig genutzt werden, da hier die Hafenmauer den Strand schützt, und es praktisch keine Wellen gibt. Der zweite Strand (Playa Maria zwischen La Playa und Puntilia) ist außer bei Sturm und dann zu hohen Wellen auch ohne Probleme zum schwimmen, da es hier keine Strömungen gibt.

Der dritte und eigentlich schönste Strand ist die Playa de Ingles am Ende von La Playa. Hier kann man eigentlich nur von Juli bis Oktober baden , obwohl auch im Sommer sehr hohe Wellen kommen. In den Wintermonaten gibt es selbst bei niedrigem Wellengang sehr starke Strömmungen. Gerade wenn Flut zu Ebbe wechselt, gibt es an einigen Stellen eine "Rundströmung", wo die Leute dann nicht mehr rauskommen. Es sind auch schon Einige ertrunken. Ich selbst war schon ein paar mal dabei, als Touristen in größte Schwierigkeiten kamen und Glück hatten, dass Gomeros , welche die Verhältnisse kennen, ihnen zu Hilfe kamen.

Bis vor circa 2 Jahren stand ein Warnschild, welches Privatleute aufgestellt hatten. Ich war schon mehrmals auf dem Bürgermeisteramt und habe dies moniert. Ein Warnschild steht bis heute immer noch nicht da. Seit cirka einem Jahr ist ein Deutscher (Arnold Velten) im Gemeinderat. Ihn hatte ich auch letzten Sommer darauf angesprochen und er wollte sich darum kümmern. Leider ist bis heute nichts passiert.

Ali Dogan, Hin und Weg Flugreisenzentrale, München, November 2009
...vollgespickt mit Vorurteilen gegenüber Russen

Sehr geehrte Damen und Herren, durch eine E-Mail haben wir von Ihrer Webseite erfahren. Wir haben uns diverse Berichte über die Zustände an diversen Badestränden angesehen.

Dabei ist uns Ihr Bericht zur türkischen Riviera aufgefallen. Während nahezu alle anderen Länder mit nur wenigen allgemeinen Sätzen erwähnt werden, ist der Bericht über die Türkei nahezu eine kleine Abrechnung mit der Destination. Vollgespickt mit Vorbehalten gegenüber Russen und anderen Details, die nichts mit Ihrem Thema zu tun haben. Das ganze wird dann noch unter dem Titel "Aktuell: Test türkischer Badestrände" dargestellt. Der angebliche Bericht stammt aus Juni 2004, es wird allerdings der Eindruck erweckt, dieser sei ganz aktuell aus 2009. Sinnbild für klassische Türkenkomplexe einiger Einheimischer. Es wird keine Chance ausgelassen, dem Land Türkei etwas Negatives anzuhaften. Das Einzige, was da noch fehlt ist, der Hinweis, die Türkei aufgrund dieser Zustände nicht in die EU aufzunehmen. Der Bericht ist genau in dieser mit Komplexen vollgeladenen Art verfasst.

Meiner Meinung nach sollten Leute mit dieser Gesinnung nicht mit anderen Ländern und Kulturen zu tun haben. Da sie nicht ohne Vorbehalte an die tatsächlichen Probleme herangehen. Auf die tatsächlichen Inhalte möchte ich nicht eingehen, da mir dazu der Sachverstand fehlt, aber der Bericht auch Informationen zum Thema vermissen lässt. Sie sollten sich selbst einen Gefallen tun und diesen unglücklichen Zustand auf Ihrer Webseite ändern.


Michael Jäger, Köln, Oktober 2009
Ich habe Todesängste ausgestanden - minutenlang!


Hallo Blausand-Team, fast den ganzen Tag habe ich heute eure Homepage studiert, nachdem ich gestern fast Opfer einer Rip-Strömung auf Mallorca geworden wäre.

Als eher mittelmäßiger Schwimmer hatte ich das Glück, dass ich in dem Moment, als mich die Strömung erfasst hatte, nur darauf bedacht war, keine Kräfte unnötig zu vergeuden, um gegen die Strömung anzukämpfen. Glücklicherweise bekam ich einen Felsen zu greifen, an dem ich mich mit aller Kraft festhielt. Mit etlichen Blessuren gelang es mir dann -- total erschöpft -- mich aus der Gefahrenzone zu bringen. Bis heute morgen wusste ich nicht, was Rip-Strömungen sind. Dachte beinahe, ich wäre ein "Weichei", dass mir beinahe so ein "blöder" Badeunfall passiert wäre. Ohne Argwohn einfach ins kühle Nass und dann rausgezogen werden aufs Meer wie ein Ball (Cala Mitjana; unbewachter Strand, abgelegene Bucht)!

Als ich heute dann im Internet gelesen habe, wie wenig man als arglose Badeurlauber über die Gefahren des Wassers weiß, war ich entsetzt! Ich finde es toll, dass es Ihre Seite gibt und wünschte, ich hätte sie etwas früher entdeckt! Wenn man die Schicksale erfährt, wie eine solche Seite entstanden ist, möchte man weinen. Wenn man selber in eine solche Gefahr geraten ist, die absolut vermeidbar gewesen ist, möchte man schreien. Ich habe Todesängste ausgestanden- minutenlang! Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen alles Gute und Ihrer Arbeit viel, viel Erfolg.

Übrigens: U.a. Stern-online hat berichtet, dass innerhalb von 14 Tagen 10 Menschen zum Saisonausklang auf Mallorca ertrunken sind. Die Reaktionen auf diesen Beitrag, die sich dazu im Internet fanden, waren beschämend! Sollen etwa arglose Touristen weiterhin arglos bleiben, damit der Rubel ungebremst rollt?


Marc Hasenjäger, Burscheid, September 2009
Badesicherheit an der französischen Atlantikküste


Ich habe in Frankreich wieder die Médoc-Strände Lacanau-Océan, Carcans-Plage und Hourtin-Plage besucht, wobei ich ersten und letzen nur einmal besichtigt habe. Der Wasserrettungsdienst war in Lacanau und Carcans nach französischen Standards organisiert (Hourtin wohl auch, da war ich aber nur abends nach Wachende). Jedoch wurden die Bewachungszeiten von den Kommunen im Vergleich zu früheren Jahren verkürzt, d.h. die Wachsaison endete an allen Stränden bis auf einen (Lacanau-Océan - Plage centrale => bis Mitte September) am 31.08. Eine direkte Auswirkung des Umstandes, dass der französische Staat den Einsatz seiner Bereitschaftspolizei C.R.S als Rettungsschwimmer an den Stränden reduziert hat (Präsenz nur noch in den Monaten Juli und August). Die Bürgermeister der Kommunen sind natürlich nicht zufrieden mit dieser Situation (laut Presseberichterstattung), v.a. wenn an sonnigen Wochenenden die Tagesbesucher aus der Region Bordeaux an die Strände strömen. Ab 1.9. stehen dort nun Hinweisschilder, dass es sich um nicht bewachte Strände handelt und dass das Baden auf eigene Gefahr erfolgt.

Die Gefährlichkeit der Strömungen und Wellen des Ozeans ist natürlich weiterhin präsent. Am Strand von Carcans-Plage ist an einem meiner Besuchstage Ende August leider eine Person ertrunken (diese wurde ca. 300 m außerhalb der überwachten Badezone von Passanten an Land gezogen, die Rettungsschwimmer haben noch eine Wiederbelebung versucht - auch unter Einsatz des in Lacanau stationierten Rettungshubschraubers, leider ohne Erfolg; die Zeitung Sud Ouest hat berichtet, dass Familienangehörige angeben haben, dass die Person innerhalb der überwachten Zone baden gegangen ist). Ich habe die regionale Tageszeitung Sud Ouest täglich gelesen - bei schönem Wetter finden sich leider regelmäßig Berichte über Ertrinkungstote an den Stränden der Region - i.d.R. treten diese außerhalb der bewachten Zonen bzw. Zeiten auf.

Die Strände haben die blaue Flagge verliehen bekommen (wie schon in den vergangenen Jahren), allerdings konnte ich feststellen, dass zum einen SOS-Notrufsäulen an den Stränden Carcans-Plage und Hourtin-Plage neu installiert wurden (um auch eine schnelle Erreichbarkeit der Rettungskräfte außerhalb der bewachten Zeiten zu ermöglichen) und dass am Strand von Carcans-Plage in den Dünen neue Aussichtplattformen für Menschen mit Behinderung geschaffen wurden. Zudem wurden an den Stränden neue Infotafeln zum Lebensraum Ozean und Düne aufgestellt. Alle Maßnahmen sind wohl für die Verleihung der blauen Flagge relevant.


Anke Windeln, September 2009
Infos zu Gefahren

Hallo, Blausand.de ist super!!!  Bin erst durch die kürzlich ausgestrahlte WDR - Sendung "Domian" darauf aufmerksam geworden. Da ich eine leidenschaftliche und ziemlich gute Schwimmerin bin, durchquere ich so oft wie möglich jeden Sommer einen nahegelegenen See; in der Regel alleine und ohne Angst. Nach dem Lesen Ihrer vielen Seiten habe ich Bedenken bekommen und möchte gerne wissen, ob und wo es zu "meinem" See Infos zu Gefahren gibt. Es handelt sich um den Adolfosee in Hückelhoven - Ratheim (Kreis Heinsberg - NRW), einen ehemaligen Baggersee, wo jedoch schon seit 10 - 20 Jahren nicht mehr gebaggert wird. Desweiteren würde ich mich über Infos zur Strandsicherheit freuen. Da in den nächsten Tagen eine Reise nach Ibiza ansteht, wäre ich gerne bereit, mir vor Ort eine Stunde Zeit zu nehmen.

Blausand.de: Über den Adolfosee gibt es auf www.seen.de Informationen - allerdings ist dieser unbewacht. Interessant wäre es, zu erfahren, wie es mit der Badesicherheit im Oktober auf Ibiza aussieht.



Yasmin Aksu, September 2009
...ein Defibrillator war wohl nicht dabei


Liebes Blausand-Team, wir haben gestern an einem der Strände von Peguera, Mallorca, gesehen, wie Rettungsschwimmer einen Mann mittleren Alters aus dem Wasser zogen. Rund zwanzig Minuten lang wurden von den sich abwechselnden Rettungsschwimmern Reanimationsmaßnahmen durchgeführt. Nach rund einer Viertelstunde trafen zwei Polizisten ein, Sanitäter (ich glaube zumindest, dass es Sanitäter waren, sie hatten Bahren dabei) kamen erst später. Wir standen ungefähr 100 Meter entfernt und haben deshalb nicht erkennen können, welche Maßnahmen außer Herzmassage durchgeführt worden sind, aber ein Defibrillator war wohl nicht dabei. Der Mann reagierte nicht mehr, und es sah nicht gut aus. Wissen Sie etwas darüber? Viele Grüße und alles Gute für Ihre Arbeit!

Blausand.de: Nach Medienberichten ist gestern Nachmittag ein deutscher Urlauber, 66 Jahre alt, der mit seiner Frau auf Mallorca war, am Strand von Peguera ertrunken. Am Strand wehte die gelbe Flagge.


Simone Scheller, September 2009
...noch nie richtig im Meer geschwommen

Sehr geehrter Herr Lüke, gestern Nacht habe ich Ihren Beitrag bei "Domian" gehört. Als erstes möchte ich Ihnen sagen, dass es mir sehr leid tut, was mit Ihrer Schwester passiert ist. Genau so wie allen anderen Menschen die jährlich ertrinken. Heute habe ich mich direkt über Ihre gegründete Selbsthilfegruppe informiert und bin begeistert, was Sie und Ihr Team für die Aufklärung und Sicherheit der Menschen leisten.
 
Ich persönlich war in diesem Jahr an der Costa Brava. Die Bucht, die zu unserem Hotel gehörte, ist zwar wunderschön und abgelegen, aber deshalb auch leider unbewacht. Das Meer ist dort sehr felsig und rau. Die "wilde Küste" eben. Seit meiner Kindheit habe ich Respekt, ja man kann eigentlich sagen Angst vor Wasser. Mein Freund hat in diesem Urlaub versucht, mir die Angst zu nehmen. Ich bin noch nie richtig im Meer geschwommen. Aber in diesem Jahr habe ich mich wirklich getraut, und sogar das Schnorcheln gelernt. Es war eine großartige Erfahrung. Am ersten Tag war ich noch sehr ängstlich und unsicher, aber bereits am zweiten Tag fühlte ich mich schon viel sicherer, wenn auch noch nicht völlig angstfrei. Zu Anfang habe ich mich nur auf einer Luftmatratze ins Meer getraut. Sie bot mir Sicherheit. Am dritten Tag habe ich es dann ohne versucht. Zu meiner Überraschung ging das sehr gut. Mein Freund ist ein sehr erfahrener Schwimmer und Taucher und war immer in meiner Nähe. Wir waren den Rest des Urlaubs jeden Tag im Wasser, um zu Schnorcheln und auch sehr weit vom Strand entfernt.
 
Seit Ihrem Bericht von gestern habe ich wieder große Angst und frage mich, ob ich einfach nur Glück gehabt habe und leichtsinnig war, besonders weil ich so unerfahren bin. In den Herbstferien wollen mein Freund und ich nun mit meinen 12 jährigen Söhnen an die Costa Brava und ihnen ebenfalls das Schnorcheln beibringen. Sie sind sehr gute Schwimmer und im Gegensatz zu mir mit dem Wasser sehr vertraut, obwohl sie, was das Schwimmen im Meer betrifft, auch nur sehr wenige Erfahrungen haben. Sie freuen sich sehr darauf, aber ich bin jetzt wieder sehr unsicher geworden. Meine Frage an Sie ist, ist es für die Kinder sicherer ist, mit einer Luftmatratze ins Meer zu gehen? Ich kann mir vorstellen, dass, wenn man wirklich in so eine "RIP" Strömung gerät, man sehr schnell in Panik gerät und einem die Kondition ausgeht. Bietet dann eine Schwimmhilfe, gerade wenn man in gefährliche Situationen gerät, nicht mehr Sicherheit? Ich bin völlig verunsichert und kann mich gar nicht mehr richtig auf den Urlaub freuen. Natürlich wusste ich auch vorher, dass jährlich viele Menschen ertrinken, aber dadurch, das ich mich jetzt intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe, ist meine Unsicherheit noch größer geworden. Vielleicht können sie mir ja im Bezug auf meine Fragen weiterhelfen.

Im voraus möchte ich Ihnen danken und Ihnen nochmals sagen, dass Sie und Ihr Team großartige Arbeit leisten.

Blausand.de: Hallo Frau Scheller, vielen Dank für Ihr Mail und Ihre Schilderungen. Auch an der Costa Brava gibt es im Oktober bewachte Badestrände und wir empfehlen, sich bei der Kommune oder den Dienstleistern am Strand (Restaurants) über Bewachungssituation und Rip-Strömungen zu erkundigen. Luftmatratzen und Wasserspielzeug haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie Menschen bei entsprechenden Wellen und Winden mit auf das Meer tragen können, Kinder sollten darauf verzichten. Übrigens: Angst ist eine schlechte, Respekt eine gute Voraussetzung für sicheres Baden. Blausand.de wünscht Ihnen einen erholsamen und sicheren Badeurlaub. Bitte berichten Sie uns später von Ihren Erfahrungen, vielen Dank.



Rainer Kohns, September 2009
In Dortmund trägt keiner politische Verantwortung


Als gelernte Schwimmbadfachkraft mit über 25 Jahren Berufserfahrung hatte ich schon in einigen Situationen direkt oder indirekt mit dem Tod zu tun. Der schlimmste Badeunfall, welcher sich im Sommer 2003 in einem Dortmunder Freibad ereignete, ging durch Presse, Funk und Fernsehen, aber an der branchenunüblichen Betriebsform hat sich bis heute leider nichts geändert. Es ist im Normalfall eine Stadt oder Gemeinde Betreiber eines Freibades. Dazu gehört es, das mindestens eine gelernte Schwimmbadfachkraft pro Schicht ständig, persönlich anwesend ist und auf der zu betreuenden Anlage eine Kompletteinweisung erhalten hat.

In Dortmund ist leider vieles anders: Erstens: Die 5 Freibäder werden mit Wissen der Stadt bereits jetzt von der zweiten fachlich unqualifizierten Firma betrieben, zweitens: Eine ausreichende Anzahl von gelernten Schwimmbadfachkräften gibt es bis heute nicht.

Gehen wir mal in einen anderen Lebensbereich, wenn Sie oder ich bei einer Autovermietung einen PKW ausleihen möchten, dann müssen Sie oder ich zumindest einen Führerschein vorlegen. Überträgt man dieses vorgenannte Beispiel auf die Dortmunder Freibäder, dann dürfte kein Freibad geöffnet werden, wenn nicht mindestens eine gelernte Schwimmbadfachkraft pro Schicht ständig, persönlich anwesend ist und auf der zu betreuenden Anlage eine Kompletteinweisung erhalten hat. Leider ist es anders!!! Ich war lange genug in den Dortmunder Freibädern als Betriebsleiter tätig und kenne die heute noch vorhandenen Mängel bestens!!! Besonders schlimm ist es, das niemand, der in Dortmund dafür politische Verantwortung trägt, daran etwas ändern will!!!


Birgit Köhler, September 2009
Tief erschüttert über das Schicksal


Sehr geehrter Herr Lüke, eben habe ich Sie bei Domian gehört und bin tief erschüttert über das Schicksal Ihrer Schwester. Es tut mir sehr leid, dass Sie diesen Verlust erlitten haben.

Bewundernswert empfand ich Ihre positive Einstellung, dass Sie bei den Rettungsversuchen dabei waren. Ich bin mir sicher, dass sie es "gespürt" hat und es ist sehr ehrenhaft, dass Blausand.de daraus entstanden ist. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und sende herzliche Grüße


Eva Schabedoth, Berlin, September 2009
"...never trust the sea"

Ich bin heute durch einen SZ-Artikel auf Ihre Seite aufmerksam geworden: Sie sprechen mir aus der Seele mit Ihren Warnungen vor zu viel Leichtsinn, gerade beim Baden im Meer. Meine Freunde und ich machen sehr häufig in der Bretagne Urlaub, und was wir dort jedes Jahr an Idiotie erleben, ist einfach unfassbar. Da schwimmen Leute in felsigen Buchten mit extrem heftiger Brandung und bei starkem auflandigen Wind außerhalb der engen, markierten und bewachten Zone und müssen von den bedauernswerten Bewachern buchstäblich einzeln aus dem Wasser gefischt werden - nicht einmal, sondern fortwährend. Auch gern gesehen: bei schnell abfließendem Wasser kilometerweit vom Ufer entfernt lustig in Prielen rumplantschen und sich dann wundern, dass man nicht mehr herauskommt. Überhaupt scheinen wir regelmäßig die einzigen zu sein, die sich vor dem Baden z.B. einen Tidenkalender besorgen und örtliche Ausgänge zur Strömungssituation an den Stränden zur Kenntnis nehmen - und wir sind allesamt das, was man gute bis sehr gute Schwimmer nennt...

Allerdings muss ich zugeben, dass zumindest in meinem Falle ein entsprechendes Erlebnis in meiner Studentenzeit ausschlaggebend für ein verantwortlicheres Verhalten gewesen ist: eine sonnige, sehr friedlich aussehende, kleine Bucht unweit von Cap Fréhel, nur sanfte Wellen, kein nennenswerter Wind. Ich schwamm drauflos, bevor ich merkte, dass eine sehr kräftige Strömung mich ernsthaft an der Rückkehr zum Ufer hinderte. Zum Glück hatte ich irgendwann mal einen entsprechenden DLRG-Lehrgang mitgemacht, ich geriet nicht in Panik, sondern habe es in mühsamer, fast eine ganze Stunde dauernder "Kleinarbeit" geschafft, wieder zurückzukommen. Das war mir fortan eine Lehre: never trust the sea - auch wenn sie vollkommen harmlos aussieht... Ich wünsche Ihrer Seite viele Unterstützer und natürlich viele Besucher, die sich danach umsichtiger verhalten.


Hans Wittig, Gran Canaria (Spanien), September 2009

Hallo Rolf,  die Leseprobe hat mir sehr gefallen, auch wenn sie mich wieder aufgewühlt hat. Ich dachte, ich hätte alles verarbeitet, aber das wird wohl nie ganz verarbeitet werden. Auch das Cover gefällt mir. Danke ! Alles Liebe und Gute, Hans.

Hans Wittig ist der Vater von Corinna, die am 18.9.1999 auf Formentera ertrunken ist.


Bettina Koch, Köln, September 2009
... immer noch sehr präsent

Lieber Rolf, kaum zu glauben, dass dies schon fast 10 Jahre her ist, es ist in meinen Erinnerungen immer noch sehr präsent. Beim Lesen Deiner Schilderung der Ereignisse habe ich zwischendurch die Luft angehalten, als würde ich hoffen, dass die Geschichte doch noch gut ausgeht. Die Eindringlichkeit Deiner Erzählung hat mich sehr berührt und mitgenommen, als würde ich das alles noch einmal mit erleben, mit ansehen. Mit meiner heutigen Lebenserfahrung könnte ich wohl eine bessere Hilfe und Kraft sein. Ich bewundere es sehr, wie Du die negativen Erlebnisse in positive Resultate umgewandelt hast. Letztens habe ich Dich sogar im Fernsehen gesehen und war - hört sich blöd an, wir kennen uns ja kaum - stolz auf Dich, wie Du das gemeistert hast. Natürlich ohne zu wissen, wie es in Deinem Inneren aussieht. Aber ich ziehe meinen Hut vor Deiner Entscheidung, zu helfen und vor allem wie konsequent Du dies umgesetzt hast.


Dr. Ralf Mühlenhaus, Facharzt Chirurgie/Notfallmedizin

Ärztlicher Leiter Rettungsdienst
Oberbergischer Kreis, September 2009
Bewußtsein für die Sicherheit am und im Wasser

Hallo und guten Tag Herr Lüke, zu Ihrem 10. Jahrestag der Gründung von Blausand meine Gückwünsche. Durch Ihre Arbeit haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, dass zunehmend Menschen ein Bewußtsein für die Sicherheit am und im Wasser entwickeln und damit haben Sie das Verdienst, viele Menschen, insbesondere auch Kinder vor Risiken zu schützen, diese aufzuzeigen oder abzustellen. Dafür sei Ihnen an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Durch präventive Maßnhamen , die die Sicherheit am Wasser erhöhen, haben sie maßgeblich vielen Menschen das Leben gerettet.


Daniel Bermbach, Juli 2009
Wie gefährlich ist Fuerteventura?


Zuerst einmal möchte sich Sie zu Ihrer Internetseite beglückwünschen und mich für Ihr Engagement bedanken. Ich fahre vom 17. Juli eine Woche nach Fuerteventura. Dort werde ich meinen Urlaub im Riu-Hotel "Tres Isla" in Corralejo (im Norden) verbringen. Das Hotel befindet sich etwas außerhalb von Corralejo in dem Dünen-Naturschutzgebiet.

Da es mich meist nicht lange am Strand hält und ich gerne im Meer bade und auch schnorchle, wollte ich bei Ihnen anfragen, ob Sie mir Hinweise zu den Stränden vor Ort (Nord-Ost-Teil) geben können. Da wir uns einen Mietwagen zulegen werden, wollen wir auch andere Strandabschnitte der Insel zum Baden und Schnorcheln aufsuchen. Vielleicht haben Sie ja weitere informationen zur etwaigen Gefährlichkeit diverser Standabschnitte. Hierzu habe ich mich bereits auf Ihrer Hompage und im Internet etwas schlau gemacht. Der Westen der Insel sollte zum Baden wohl generell gemieden werden.

Vor einigen Wochen habe ich in Deutschland auch meinen Tauchschein gemacht und wollte im Urlaub den ein oder anderen Tauchgang machen. Sollten Ihnen eine gute Tauchbasis in Corralejo bekannt sein, würde ich mich über einen Tipp Ihrerseits freuen .Ich hoffe, Sie können mir bei meiner Anfrage weiterhelfen und ich möchte mich jetzt schon für Ihre Bemühungen bedanken. Hier eine Strandübersicht, die ich im Internet gefunden habe: http://www.fuerteventura-alternativ.de/de/Straende/

Blausand.de: Einige Informationen zur Badesicherheit auf Fuerteventura stehen im Blausand.de-Special Kanarische Inseln. Die nächste aktuelle Recherche ist hier erst 2010 vorgesehen. Im Norden am Corralejo-Strand sind übrigens schon etliche Schwimmer von Surfern gerettet worden, die hier ein Paradies vorfinden. Apropos Tauchen: Wenn Sie nicht allein (Buddy-Prinzip) und nur an bewachten Badestränden schwimmen, haben Sie schon viel für Ihre Sicherheit getan. Und vielleicht haben Sie Lust, uns einen bebilderten Bericht zur Badesicherheit zukommen zu lassen.


Rolf Loepfe, Bern, Schweiz, Juli 2009
Nach 30 Minuten kamen 2 Polizisten


Wir waren am Freitag, 17. Juli 2009, mit einer Gruppe und Surflehrer in der Bucht von La Paret (Fuerteventura, Kanarische Inseln) Wellenreiten. Der Strand ist für Anfängerklassen bekannt und geeignet, gilt aber scheinbar für Schwimmer als gefährlich. Vom Meer aus haben wir Aufregung am Strand mitgekriegt und entdeckten kurz danach einen in den Wellen treibenden leblosen Körper, den wir zu zweit ans Ufer schleppten.

Es handelte sich um einen ca. 45 jährigen deutschen Familienvater. Am Strand begannen zwei Surflehrer unmittelbar mit der Reanimation. In der Bucht ist kein Handyempfang möglich. Ein Helfer rannte los, um zu telefonieren. Es dauert fast 30 Minuten, bis zwei Polizisten (ohne jegliche Ausrüstung) hinzukamen und weitere 10 Minuten, bis ein Arzt vor Ort war. Später kamen zwei Feuerwehrleute und Helfer des Roten Kreuz dazu. Wir haben heute erfahren, dass der Mann bereits tot war, als wir ihn aus dem Wasser zogen. Er war zwischen den beiden Sandbänken schwimmen. Zwischen den Bänken gibt es einen starken Sog (Channel), der aufs Meer hinauszieht. Wir haben uns gefragt, was passiert wäre, wenn der Mann noch zu retten gewesen wäre. Alles dauerte viel zu lange. Einheimische haben uns erzählt, dass sie seit Jahren die Behörden drängen, endlich professionelle Baywatches an den vielbesuchten und gefährlichen Stränden einzurichten.


Silvio Schröter, Mittweida (Sachsen), Juli 2009
Es hat 45 Minuten bis 1 Stunde gedauert...

Hallo Blausandteam. ich habe vor einer Woche in Dziwnowek , Polen, Westpommern an der Ostssee (Baltik) in Höhe des Strandes zum Campingplatz Wiking live erleben müssen, wie zwei Mädchen, 12 und 15 Jahre alt, in unmittelbarer Strandnähe ertrunken sind, ohne dass es zuvor einer bemerkt hatte.

Die Rettungsschwimmerposten waren gut besetzt, doch die Ausgucke leer, die hatten anderweitige Sachen zu tun als auf das Meer zu schauen.

Es geschah unmittelbar an den Strandbrechern im flachen Wasser, umgeben von vielen Urlaubern. Erst als die Mädchen leblos an der Oberfläche trieben, hat es jemand gemerkt. Es hat sage und schreibe 45 Minuten bis eine Stunde gedauert, bis ein Rettungshubschrauber und jemand eintraf, der so aussah, als ob er Ahnung hatte. Ansonsten nur junge Rettungsschwimmer, die mit der Lage völlig überfordert waren.

Ein Mädchen hat noch stundenlang am Strand gelegen und keiner hat sich mehr ins Wasser getraut. Wir haben alle verfügbaren Gefäße benutzt, um den Sand nass zu machen, damit der Retttungshubschrauber endlich landen konnte. Es war sehr warm an dem Tag. Eigenartig war, dass nach dem Unfall alle Aussichtstürme plötzlich besetzt waren, vorher habe ich da keinen gesehen und mich gefragt, was das für Sitze sind, denn außer Niveawerbung war da nichts zu sehen. Die haben zwar alle Ihr Bestes gegeben, doch meiner Meinung nach waren das aber alles nur Ferienarbeiter oder Schüler, zumindest sahen die alle noch sehr jung aus, wie überall auch in der Gastronomie dort.

Als ich mithelfen wollte, haben sie mich weggedrängt, das lag aber wahrscheinlich auch an der sprachlichen Hürde, denn die hatten immer wieder nach Sanitätern gerufen. Ich hatte so den Eindruck, als wenn Sie die Mädels erdrückt hätten, als eine Wiederbelebung zu veranlassen. Meine Kinder haben sich danach nicht mehr ins Wasser getraut.


Volker Gläser, Juni 2009
Sicherheit mit Schwimmreifen in Dänemark

Sehr geehrter Herr Lüke, vielen Dank für Ihre interessante Informationsseite!  Als wir letztes Jahr in Hennestrand (Dänemark) waren, ist ein Mann ums Leben gekommen; wir waren am Strand und wunderten uns über die vielen Hubschrauber. Dann erzählte man uns im Dorf vom Unglück. Das hat bei uns familiär einige Diskussionen in Gang gesetzt.

Mein Sohn und ich sind gerne bis zu den Sandbänken ca. 70 m vom Strand entfernt geschwommen. Wir hatten stets einen Schwimmreifen dabei, falls mein Sohn (8 Jahre) nicht genug Kraft haben würde, um zurückzuschwimmen. Ein paar Mal habe ich ihn dann auch zurückgezogen, aber eigentlich mehr aus Spaß. Wir hatten noch nie eine brenzlige Situation und wollen auch in Zukunft kein Risiko eingehen.

Nun meine Frage: Ist ein großer Reifen überhaupt geeignet, uns im Fall einer unerwartet auftretenden Strömung zu helfen? Wir haben gedacht, dass wir uns dann einfach in den Reifen setzten und wieder an den Strand treiben lassen. Ich frage natürlich nicht unter einem haftungsrechtlichen Aspekt, es würde mich freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung schreiben könnten oder wir Sie mal kontaktieren könnten. In zwei Wochen geht es wieder an die Nordsee. Viele Grüße und vielen Dank! Volker, Julius, Antonia und Britta Gläser

Blausand.de: Im Notfall ist ein Schwimmreifen besser als gar kein Auftriebskörper. Wichtiger ist, diese Situation durch das Schwimmen an bewachten Badestränden weitestgehend zu vermeiden. Eine kleine Lebensversicherung ist auch das "Buddy-Prinzip", für Taucher eine Selbstverständlichkeit. Allein zu schwimmen bedeutet erhöhtes Risiko.


Annegret Gülker, Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V., Schwerin
In Deutschland Blaue Flagge nur mit Badeaufsicht

Sehr geehrter Herr Lüke, ich möchte sie darauf aufmerksam machen, dass an den Deutschen Blaue Flagge Stränden Rettungspersonal anwesend sein muss, die Verträge mit DLRG/ DRK usw. müssen beim Antrag mit vorgelegt werden, damit sie die Blaue Flagge erhalten. Es reicht nicht aus, nur Rettungsmittel zu haben.


Nanna Balsby, International Blue Flag Coordination, Kopenhagen, Dänemark
Blue Flag, Kooperation mit dem Bierhersteller Corona und sichere Strände


Dear Mr. Lüke, in regards to the article on the Blausand homepage, you have asked for a statement from the Blue Flag. The Blue Flag cooperation with Corona Extra on the Save-the-Beach campaign regards cleanliness of beaches. The Blue Flag strongly supports responsible drinking - as is our impression that Corona Extra does. Safety on beaches is very important to the Blue Flag, which is why it is one of the four pillars of the programme. We thus require an adequate number of lifeguards and/or lifesaving equipment, First aid equipment and Zoning of different recreational areas to prevent accidents. In addition, we have also chosen specifically to cooperate with ILS in that the organisation has an advisory role and is represented in our International Jury. We are confident that the managers of the awarded Blue Flag beaches are doing their upmost in ensuring safety, thereby complying with the Blue Flag criteria.

Die "Blaue Flagge" agiert weltweit. Eine auf Deutschland begrenzte Regelung, einen Wasserrettungsdienst nachzuweisen zu müssen, reicht nicht aus. Blausand.de fordert, den Stränden weltweit die Blauen Flaggen abzuerkennen, die keine Bewachung stellen und die Flaggen unter diesen Bedingungen nicht oder nicht mehr neu zu verleihen. In den nächsten Monaten wird Blausand.de an verschiedenen europäischen Badestränden überprüfen, ob diese bewacht sind, wenn die blaue Flagge gehisst wird. Bitte schreiben Sie an kontakt@blausand.de, wenn Sie Blaue Flagge-Strände ohne Bewachung sehen.

Ebenfalls kritisiert Blausand.de angesichts der vielen alkoholbedingten Ertrinkungsunfälle die Partnerschaft zwischen Blue Flag und dem Bierhersteller Corona sowie angesichts der unzureichenden Verleihungskriterien die Kooperation zwischen Blue Flag und der ILS (International Life Saving Federation, weltweiter Dachverband der Wasserretter). Erste Hilfe-Ausrüstung, Material für die Wasserrettung und Badezonen reichen für gute Badesicherheit nicht aus. Nur bewachte Strände sind weitestgehend sicher. ILS und Corona haben auf die Bitte von Blausand.de um eine Stellungnahme bisher nicht reagiert.


Martin Janssen, Pressesprecher DLRG,  Bad Nenndorf
"Ertrinkungszahlen retten keine Menschenleben"

Sehr geehrter Herr Lüke, Dr. Wilkens bedankt sich für das Angebot, ein Grußwort zu Ihrer Kampagne zu verfassen. Zunächst möchte aber ich auf Ihre Darstellung unserer Pressekonferenz "Ertrinken in Deutschland im Jahr 2008" eingehen. Darin heißt es u.a.: Die Bekanntgabe der Opferzahlen rettet kein Leben.

Diese Aussage greift zu kurz. Die Auswertung und Analyse der Todesfälle durch Ertrinken liefert wichtige Erkenntnisse über die Ursachen des Ertrinkens und eröffnet Möglichkeiten der Prophylaxe. Insofern ist auch die Aussage falsch, es gebe keine Unfallanalysen. Ein Beispiel für erfolgreiche Vorbeugung gegen das Ertrinken sind die zahlreichen Maßnahmen der DLRG gegen das Kinderertrinken, die die Opferzahlen im Vorschulalter in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt haben. Davon findet sich kein Wort in Ihrem newsletter.

Weiter heißt es: Die viel wichtigeren Informationen wurden nicht bekannt. Im dritten Spiegelstrich fragen Sie, ob man den unerträglichen Bedingungen an Risikobadestellen im Inland kurz- und mittelfristig begegnen will. Auch hier findet sich kein Hinweis auf die in der Pressekonferenz angesprochenen Risikobewertungen, die zum Ziel haben, die Badestellen durch zusätzliche Informationen für Badegäste und die Einrichtung eines Wasserrettungsdienstes sicherer zu machen. Weiterhin findet sich kein Hinweis darauf, weshalb die Badestellen an Küsten vergleichweise sicher sind, namlich dass dort Rettungsschwimmer Dienst tun, die im Notfall schnelle Erste Hilfe leisten und damit Menschenleben retten. Die Retter der DLRG leisten jährlich über zwei Millionen Wachstunden ehrenamtlich und retten Hunderte von Menschen vor dem Ertrinken.

Gestatten Sie mir eine Replik auf Ihre Aussage, die Bekanntgabe von Opferzahlen rettet keine Menschenleben. Mit PR-Aktionen allein rettet man keine Menschenleben.

Abschließend möchte ich Ihnen eine Empfehlung für Ihre Grußwortanfrage geben. Solange Sie die DLRG in Ihren Beiträgen weiterhin in schlechte Darstellungen bringen und diese nicht korrigieren, wird Dr. Wilkens wohl nicht bereit sein, ein Grußwort zu schreiben.

Antwort Rolf Lüke, Blausand.de:
Sehr geehrter Herr Janssen, das Zitat "Counting victims does not safe lifes" - dies zu Ihrer Information - entstammt einem Beitrag des Australiers Peter Agnew, vorgetragen auf der World Water Safety in Portugal 2007. Mir ist nicht bekannt, ob Sie derartige Briefe schreiben müssen, aber unabhängig davon ist Ihre Bemerkung "Mit PR-Aktionen allein rettet man keine  Menschenleben" angesichts meines Engagements unter dem Hintergrund des Ertrinkungstodes meiner Schwester - und ich verwende diese Begründung seit dem 18. September 1999 meiner Erinnerung nach zum ersten Mal - respektlos und Ihnen unwürdig. Ich kann nur hoffen, dass Sie die Stärke haben, sich davon zu distanzieren.



 Raphael Böckenholt
"...uns allen war nicht bewußt, wie gefährlich der Strand sein kann"

Hallo Herr Lüke, vom 14. - 18. Mai war ich mit einigen Freunden zum ersten Mal auf Formentera. Vorab habe ich Informationen im Internet gesucht und bin so auf Blausand.de gestossen.

Ich möchte mich für die wertvollen Informationen bedanken, die ich dort erhalten habe. Uns allen war nicht bewusst, wie gefährlich der Strand von Es Arenals sein kann.

Ich habe allen Mitreisenden Auszüge Ihrer Internetseite kopiert und so über das Auftreten der gefährlichen Rip-Strömungen aufklären können. Anbei sende ich Ihnen ein Foto der "Sonne für Beate", welches ich am 16. Mai .2009 aufgenommen habe.


Jan Schumann, Essen, Mai 2009
"Homepage-Eintrag kam mir etwas mäkelnd vor"

Sehr geehrter Herr Lüke, generell schätze ich Ihr Engagement um alle Fragen der Wassersicherheit und die informative Hompepage sehr.

Über Sinn, Gestaltung und Farbe der am Sonntag auf Borkum verliehenen Flagge "Bewachter Strand" kann man sich sicherlich unterhalten. Doch Ihr Homepage-Eintrag zu dem Termin kam mir doch etwas mäkelnd vor. Trotz der Animositäten zwischen Blausand und der DLRG sollte das Bemühen um die Strandsicherheit durch die Stadt Borkum eher anerkennens- als kritisierenswert sein, denn schließlich kommen die niedrigen Ertrinkungszahlen an den deutschen Küsten ja nicht von ungefähr. Hier wird das umgesetzt, was Sie für andere Regionen europaweit fordern.

Und dass die DLRG sich einen Strand zur Saisoneröffnung aussucht, bei dem ein größeres Publikumsinteresse als an einem Binnensee zu dieser Zeit herrscht, sollte Ihnen doch auch nicht fremd sein. Schließlich lebt Blausand ebenfalls von Aktionen, die die Aufmerksamkeit erregen sollen.

Um es kurz zu machen: Ich bin der Meinung, dass der Knüppel der Kritik hier die falschen trifft; nämlich die, die sich gerade um die Sicherheit bemühen. Er sollte doch vielmehr in die Richtung derer geschwungen werden, deren Verständnis für Wassersicherheit noch immer schmal ausgebildet ist. Und davon gibt es eine ganze Menge, gerade im kommunalen Bereich.

Verstehen Sie diesen Hinweis bitte auch als Ausdruck meines Unverständnisses über Ihre Nachricht, weil auch ich meinen Urlaub Sommer für Sommer ehrenamtlich an der Nordseeküste als Rettungsschwimmer verbringe.

Blausand.de: Eine rote Flagge für sicheres Baden muss man ablehnen. Das hat mit Anerkennung von Kommunen und Freiwilligen nichts zu tun. Wir sind generell der Auffasssung, dass wir - um Dinge zu verändern - akzentuierter an Themen herangehen müssen und verweisen dabei auf die Aktion 100EACHDAY 2008 in Spanien und unsere aktuelle SOS-Kampagne gegen das Ertrinken in Flüssen und Seen


Eva Rozas, April 2009
"Freizeit-Bademeister kann gar nichts ausrichten"

Im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall im Hallenbad möchte ich Ihnen gerne folgende Beobachtungen zur bevorstehenden Badesaison mitteilen:

Ich halte mich in der warmen Jahreszeit regelmäßig am Meer auf. Meist an der Ostsee.
Nachdem im Juli 2008 ein 7-jähriges Kind in der Badezone am Grünen Brink auf Fehmarn ertrunken ist, fiel mir erstmals bewusst auf, das offensichtlich mehrere Badezonen an der deutschen Nord- und Ostseeküste viel zu groß sind und bei einem Ernstfall eine rechtzeitige Rettung oft quasi unmöglich sein wird. Am Grünen Brink auf Fehmarn zum Beispiel ist die Badezone auf einer Sandbank, die oftmals so wenig Wasser führt (Knie-/Wadentief), das der Einsatz eines Bootes (vor Ort stationiert) meist gar nicht möglich ist. Am Rande der Sandbank (geradeaus geschätzt ca. 150m vom Ufer) wird es aber plötzlich tief und aufgrund der Strömungsverhältnisse zieht es jeden mittelmässigen Erwachsenen Schwimmer ins tiefe Wasser, ganz zu schweigen, was mit leichteren ungeübten Schwimmern bzw. Kindern passiert.

Selbst wenn ein Retter durch das seichte Wasser rennen würde, könnte er einen Ertrinkenden sicher nicht rechtzeitig erreichen.

Die Touristen zahlen Kurabgaben, die Strandkörbe kosten mittlerweile 5-7 Euro pro Tag, der Strandkorbvermieter zahlt Pacht an die Kommune. Leider ist aber die Sicherheit, auf die sich besonders Eltern mit Kindern und ältere Badegäste verlassen, trügerisch. Familien mit Kindern und Rentner sind aber an der gesamten Nord- und Ostsee die größten Touristen-Personengruppen.

Auch in Heiligenhafen ist die bewachte Badezone viel zu weit ins Meer herausgesteckt und die DLRG Badeaufsicht alles andere als geschult.

Nach einem Gespräch von vor mittlerweile 3 Jahren bestätigte mir ein älterer Herr am Strand (er war Rentner und dort im Urlaub), das er momentan als Badeaufsicht tätig ist. Er teilte mir mit, das sich jeder als Badeaufsicht beim DLRG melden kann und dann für die einzelnen Strandabschnitte eingeteilt wird. Bei einem Notfall kann so ein "Freizeit-Bademeister" gar nichts ausrichten. Darüberhinaus werden die Aufsichtspersonen auch vielfach von Badegästen in Gespräche verwickelt, so wie ich selbst mich mit ihm unterhielt, und diese somit vom Geschehen im Wasser abgelenkt werden. Im letzten Jahr beobachtete ich zwei junge Leute, die im Turm saßen, mit dem Rücken zum Wasser, und sehr intensiv mit einem Handy beschäftigt waren.

Dies alles ist meiner Meinung nach absolut unhaltbar und hier wird offensichtlich grob fahrlässig mit dem Leben eines jeden Badegastes gespielt, der sich jedoch durch die Anwesenheit von "Badeaufsichten" in Sicherheit und gut aufgehoben fühlt.

In Zusammenarbeit mit dem NDR oder einem anderen Fernsehsender könnten Sie als Organisation an die Öffentlichkeit treten beispielsweise mit einem (versteckten) Kamerateam und einem "Testschwimmer". Der gerät am äussersten Rand verschiedener Badezonen in vermeintliche Seenot. So könnten die eklatanten Schwachstellen aufgedeckt und die Offiziellen endlich zum Handeln gezwungen werden.

Ich denke, dieses Thema ist, richtig platziert und rechtzeitig vor der Ferienzeit sehr interessant und ich würde mich sehr über einen Bericht im Fernsehen (NDR, RTL, SAT1...) freuen, um nicht von weiteren toten Ferien- und Badegästen an deutschen Küsten hören zu müssen. Leider wird ja immer erst dann gehandelt, wenn die breite Öffentlichkeit durch z.B. Fernsehberichte in Kenntnis gesetzt wird.


Thilo Krause, Itzehoe, April 2009

"wenig Fachpersonal, am besten 400 Euro-Kräfte"

Sehr geehrter Herr Lüke, der Bundesverband öffentliche Bäder wurde von einem Mitglied 1997 oder 1998 darauf hingewiesen, per Antrag zur Jahreshauptversammlung in der Verwaltung zu sparen und nicht am Beckenrand. Das wurde belächt, und er wäre ein Traumtänzer, da er eine ausgeprägte Rechtschreibschwäche hat. Es gibt drei große Privatbetreiber, die daran Interesse haben, so wenig Fachpersonal zu haben, am besten 400 Euro-Kräfte. Im Fall Leer eine Aufsichtkraft, das ist ein bisschen zu wenig bei der Halle, es hätten zwei sein müssen.


Heiko Jacobs, Norderney, April 2009
"offene Türen bei der Flaggenfarbe"

Moin von der Insel, zur Flaggenfrage rennen Sie bei mir offene Türen ein. Ampelfarben wären viel sinniger gewesen. Ist aber wohl nicht zu ändern (Weltweiter Standard?). Absurd ist allerdings die Flagge zum Zertifikat "Bewachter Strand". Rot-Gelb ist doch Badeverbot. Ich habe schon von DLRG aus dem Osten gehört, dass die ihre Flagge weiter hinten aufstellen, damit da nichts verwechselt wird. An der Küste ertrinken weniger, weil es ersichtlich gefährlicher ist. Man passt eben besser auf.


Jochen Worbs, DLRG Hünfeld, April 2009
"ein weiter Weg, bis der nasse Tod seine Schrecken verliert"

Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst einmal Gratulation zu Ihrer sehr informativen und topaktuellen Homepage. Auch für mich als Technischer Leiter eines DLRG Ortsverbandes bietet diese in regelmäßigen Abständen interessante Informationen. Es ist sicherlich noch ein weiter Weg, bis der nasse Tod seinen Schrecken verliert... aber Sie tragen mit Ihrem Aufklärungsprojekt dazu bei.





 
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