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Forderungen |
Nach vorsichtigen Schätzungen kommen in Europa jährlich 35.000 bis 40.000
Menschen im Freizeitbereich ums Leben. Nach Einschätzung von Experten auf dem "Weltkongress gegen das Ertrinken"
könnten achtzig Prozent aller Ertrinkungsunfälle durch präventive
Massnahmen verhindert werden. Angesichts ansteigender Ertrinkungszahlen in Europa ist dringender
Handlungsbedarf geboten. Ratlosigkeit, Unkenntnis und Sparmaßnahmen einerseits
und steigende Ertrinkungszahlen andererseits bestimmen die Entwicklung
und stehen in einem eklatanten Missverhältnis.
Jährlich reisen 100 Millionen EU-Bürger in andere EU-Länder.
Innerhalb von 5 Jahren halten sich zwei Drittel der Europäer in einem
anderen europäischen Land auf.
Die Situation in vielen Ländern Europas ist in Hinblick auf Bewachungs-
und Warnsysteme, Präsenz von Rettungsschwimmern, Informationen über Wassergefahren
sowie Ausbildung und Rettungsmanagement als kritisch anzusehen. Vor allem
in unbewachten Binnengewässern, in Gartenteichen, Swimmingpools und Gewässern
in Wohnungsnähe ist die Zahl der Ertrinkungsopfer in Deutschland und in
Ländern der Europäischen Union angestiegen, vor allem bei hohen Temperaturen
und bei den Gruppen der Kleinkinder und älteren Menschen. Für die Zukunft
sagen Wissenschaftler noch heißere Sommer voraus.Forderungen von Blausand.de für mehr Sicherheit an Europas Badestränden:
1. Blausand.de fordert von der Europäischen Union, Regierungen,
Ministerien, Gemeinden, Rettungsorganisationen, Verbänden, Fremdenverkehrszentralen
und Reiseveranstaltern, die Sicherheit am und im Wasser zu verbessern.
Im Bereich der Europäischen Union existiert bisher keine Kommission, die
sich diesem wichtigen Thema widmet. Statistische Informationen zu Ertrinkungsunfällen
werden in vielen europäischen Ländern nicht veröffentlicht oder sind nicht
plausibel. Auch in Deutschland weichen die jährlichen Ertrinkungszahlen
des Statistischen Bundesamtes ("destatis") und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
(DLRG) stark voneinander ab und sind nicht nachvollziehbar. Unsere Forderung: Es ist ein Netzwerk erforderlich, um Touristen wirksam
über Gefahren, Sicherheitsmaßnahmen und Bedeutung der Warnhinweise aufzuklären.
Dazu gehört auch, plausible Daten zugänglich zu machen, Gefahren und Unfälle
zu analysieren und zu dokumentieren. Dafür müssen in den europäischen
Urlaubsländern Kommissionen und Sicherheitsanalysen zum Einsatz kommen.
2. Präsenz und Vereinheitlichung von Warnflaggensystemen einschließlich
besserer Ausbildungsstandards sowie das Rettungsmanagement am und im Wasser
müssen europaweit beschleunigt werden. Unsere Forderung:
Zur wirksamen Information über Rettungs- und Warnsysteme müssen flächendeckend
mehrsprachige Kommunikationsmittel her. Blausand.de empfiehlt in diesem
Zusammenhang seit Jahren die Abschaffung der "grünen Flaggen" an Europas
Badestränden. Sie vermitteln oft eine trügerische Sicherheit.
3. Ertrinken ist für Kinder in den europäischen Ländern die zweithäufigste
Todesursache nach Verkehrsunfällen. Unsere Forderung: Nachhaltige
und flächendeckende Aufklärung über die Ertrinkungsgefahren für Eltern,
Aufsichtspersonen und Kinder im Vorschul- und Schulbereich muss intensiviert
werden und obligatorisch sein. Eltern müssen Verantwortung und Gefahren
durch Informationsveranstaltungen bewusster gemacht werden. Die Beschäftigung
mit Wassergefahren muss bereits im Vorschulbereich intensiviert werden.
4. Sicherheit muss Pflicht sein: Deutschland braucht Gesetze, die
Kommunen und Betreiber von Badestellen für die Sicherheit von Badegästen
haftbar macht. Unsere Forderung: Die in den deutschen Bundesländern
unterschiedlichen Badestellenverordnungen müssen vereinheitlicht werden.
5. Bäderschließungen treiben Menschen an Naturseen und unbewachte
Badestellen und erhöhen dadurch die Gefahren von Ertrinkungsunfällen.
Sie verhindern zunehmend die Schwimmausbildung von Kindern als wichtige
präventive Maßnahme gegen das Ertrinken. Blausand.de fordert den Gesetzgeber
und die Verantwortlichen auf, ausreichende Möglichkeiten zur Schwimmausbildung
zu schaffen. Unsere Forderung: Für Lehrpläne an Schulen muss
Schwimmausbildung bundesweit obligatorisch sein.
6. In Deutschland gibt es seit Jahren zu viele unbewachte Badestellen
und zu wenig aktive Rettungsschwimmer. Unsere Forderung:
Die Attraktivität der Aufgabe als Rettungsschwimmer sollte in der Öffentlichkeit
durch verstärkte Maßnahmen in Kooperationen mit Medien, Unternehmen und
Organisationen bewusster gemacht werden. Die täglichen Bewachungszeiten
an Badestellen müssen bedarfsorientiert sein und die personelle Präsenz
über die Ferienwochen hinaus verstärkt werden. Auch die finanziellen Bedingungen
für die freiwilligen Rettungsschwimmer müssen verbessert werden. Dazu
zählt auch der Verzicht auf eine geplante Besteuerung für Mitgliedschaften
in Vereinen.
7. Über 2000 Badestellen in Europa wurden inzwischen mit der "Blauen
Flagge" ausgezeichnet. Die Vergabekriterien hinsichtlich Strandsicherheit
sind aber nicht ausreichend. Auch nicht bewachte Strände können bisher
mit der Blauen Flagge ausgezeichnet werden. Unsere Forderung:
Strände dürfen nur dann mit der Blauen Flagge ausgezeichnet werden, wenn
diese auch Bewachung garantieren.
8. Der Automatische Externe Defibrillator AED ist ein geeignetes medizinisches Gerät,
um dem drohenden Herztod bei Ertrinkungsunfällen in vielen Fällen wirksam
zu begegnen. Unsere Forderung: Es sollten schnellstmöglich
Ergebnisse zu Rettungserfolgen mit Hilfe des Defibrillators vorgelegt
und die Ausbildung von Wasserrettungspersonal sowie von Laien forciert
und Wasserrettungspersonal an stark frequentierten Badestellen mit Defibrillatoren
ausgestattet werden. Daten zu Standorten der Geräte sollten auch über
das Internet zugänglich gemacht und langfristig eine flächendeckende Ausstattung
mit Defibrillatoren an Badestellen in Europa etabliert werden. |
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