11. Stand der Dinge in Europa
Von den 46 europäischen Ländern bieten mehr als die Hälfte die Möglichkeit, im Meer zu schwimmen. In allen diesen Gewässern besteht grundsätzlich das Risiko von Rip Currents. Die populärsten Reiseländer für Badeurlaub sind Spanien, Italien, Frankreich, Türkei und Deutschland.

Bei der Bewertung der Situation in europäischen Ländern ergibt sich in Abhängigkeit von touristischem Interesse, Anteil der Meeresstrände und finanziellen Möglichkeiten für den Einsatz von präventiven Maßnahmen ein sehr unterschiedliches Bild. In allen europäischen Ländern mit Meeresstränden sind Rip-Strömungen die größte Unfall- und Ertrinkungsgefahr beim Baden im Meer. Warnungen vor den Strömungsgefahren in Europa sind aber die Ausnahme und Warnschilder, die explizit auf Gefahren von Rip Currents hinweisen, sind oft nur in der jeweiligen Landessprache vorhanden.

Allein in Spanien gibt es nach offiziellen Angaben mindestens 2000 tödliche Ertrinkungsunfälle pro Jahr, in Deutschland jährlich zwischen 400 und 600 tödliche Unfälle. Ertrinkungszahlen in Ländern Europas werden ansonsten selten erhoben und/oder veröffentlicht. Unfallanalysen und Studien zur Risikobewertung existieren bisher nicht. Empirische Forschung zu Rip-Strömungen gibt es bisher nur sporadisch. Seitens der Europäischen Union (EU) existieren bisher keine Forschungsaktivitäten.

Die Zahl der Ertrinkungstoten in Europa liegt nach Angaben der WHO bei etwa 35.000 Menschen im Jahr. Das sind statistisch gesehen etwa 100 Menschen am Tag.

Blausand.de schätzt die Zahl der jährlichen tödlichen Ertrinkungsunfälle im Meer auf insgesamt 18.000, den Anteil beim Freizeitsport Schwimmen auf 12.000 und die Zahl der tödlichen Unfälle unter dem Einfluss von Rip-Strömungen auf jährlich zwischen 4000 und 6000 Menschen

In den letzten zwei Jahren durchgeführte Befragungen durch Blausand.de an spanischen, türkischen, portugiesischen und deutschen Stränden mit Strömungsgefahren haben ergeben, dass nur zwischen 3 und 4 Prozent der Badegäste ein Gefahrenbewusstsein haben. Der Anteil der Befragten, die Informationen zum Überleben in Rip-Strömungen haben, liegt sogar noch noch darunter.

ImageWarnungen vor Rip-Strömungen an Europas Badestränden eine große Ausnahme:

Warnschilder, die explizit auf die Gefahr von Rip-Strömungen hinweisen, haben wir in Einzelfällen gesehen, allerdings oft nur in der jeweiligen Landessprache (zum Beispiel in Frankreich und in Griechenland).

An bewachten Badestränden gibt es in den meisten Ländern Europas ein Warnsystem mit grünen, gelben und roten Flaggen. Die Bedeutungen: grüne Flagge = Baden erlaubt, gelbe Flagge = Baden gefährlich, rote Flagge = Baden verboten. Der Vorschlag, für bewachte Strände eine aus den Farben gelb und rot bestehende Flagge einzusetzen, ist in den meisten europäischen Ländern bisher noch nicht umgesetzt worden.

Falls die gelbe oder die rote Flagge gehisst ist, sollten Sie besonders am Mittelmeer und am Atlantik davon ausgehen, daß der Grund für die Warnsignale auch das Vorhandensein von Rip-Strömungen ist.

ImageEin Zusammenhang zwischen gelben oder roten Warnflaggen und der Gefahr von Rip-Strömungen ist aber nur gegeben, wenn das Wach- und Rettungspersonal eine Ausbildung erfahren haben, die Meteorologie und das Identifizieren von Rip-Strömungen mit einschließt und die Rettungsschwimmer mit dem Strandabschnitt und seinen Gefahren vertraut sind.

Umgekehrt sollten Sie, wenn grüne Flaggen (oder keine Flaggen) gehisst sind, nicht darauf vertrauen, daß an Ihrem Badestrand keine Rip-Strömungen auftauchen können!

Rip-Strömungen heissen in:

England / USA:     rip currents
Spanien:              corriente del rasgón
Frankreich:          courants de baine
Italien:                corrente del rip
Portugal:              corrente do rasgo

Erste Forschunginitiativen zu Rip-Strömungen Rip-Strömungen gibt es bisher in den USA und in Australien. Der Grund dafür, daß Europa und die populären Urlaubsländer in Bezug auf Forschung zu Rip-Strömungen als Entwicklungsländer bezeichnet werden müssen, besteht vor allem darin, daß es bisher keine Lobby für die Veränderung der Situation gibt.

Einen Überblick zur Forschung erhalten Sie hier.


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