Buchstabe A
 

Ärzte

ImageBis vor wenigen Jahren mussten Sie sich vor dem Urlaub von Ihrer Krankenkasse eine Bescheinigung für den Versicherungsschutz ausstellen lassen. Heute ist Ihre Versicherungskarte zu einer Europäischen Krankenversicherungskarte geworden. Denn in der Europäischen Union gilt seit Anfang 2006 die sogenannte "European Health Insurance Card" (EHIG), die von der gesetzlichen Krankenkasse an die Versicherten vergeben wird und die bisherige Ersatzbescheinigung des alten Auslandskrankenscheines abgelöst hat. Neben den EU-Staaten gilt sie übrigens auch in Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz.

Vor Beginn der Behandlung im Ausland wird wie in Deutschland die Karte beim Arzt abgegeben. Allerdings kann es vorkommen, dass die Karte (wie schon früher die Bescheinigung) nicht von allen Ärzten akzeptiert wird. Dann müssen Sie erst zahlen und sich die Kosten zu Hause von ihrer Krankenkasse erstatten lassen. Das wird auch meist kein Problem sein.

Image Probleme können auftreten, wenn der Arzt im Ausland Privatsätze abrechnet, denn bei gesetzlich Versicherten erstattet Ihre Kasse in der Regel nur den einfachen Satz.

Die Lösung: Schliessen Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung ab, denn sie übernimmt die Kosten, die über die EHIC nicht abgedeckt sind, also auch die Kosten, die entstehen, wenn im Ausland ein Arzt nur privat abrechnet. Bei der Wahl der Versicherung sollten Sie Leistungen und Preis vergleichen und darauf achten, dass in den Leistungen auch ein Rücktransport nach Deutschland eingeschlossen ist, der aber mediinisch notwendig sein muss. Rücktransporte zählen nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten für die Versicherung sind bezahlbar, sie liegen zwischen 9 und 20 Euro. Wenn Sie das Glück haben, mehrmals im Jahr verreisen zu können, schliessen Sie die Versicherung am besten für ein Jahr ab. Vergleichen Sie die Angebote von Krankenkassen, Reiseclubs und Versicherungsgesellschaften.


 

Aids

In Urlaubsländern außerhalb Europas ist die Gefahr, sich mit HIV anzustecken, wesentlich größer als bei uns. Sex ohne Kondom, verunreinigte Injektionsnadeln oder medizinische Instrumente und teilweise auch noch verunreinigte Blutprodukte sind typische Übertragungswege. Gefahr besteht besonders in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen. Auf überflüssige Zahnbehandlungen, Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen sollte dort besser verzichtet werden. Auch Rasiermesser und Zahnbürsten sollten nicht mit anderen geteilt werden. An ihnen können kleinste Blutreste haften. Ist eine medizinische Behandlung im Urlaub unbedingt notwendig, muss darauf geachtet werden, sterile Nadeln und getestete Blutprodukte zu verwenden. (siehe auch: Sex im Urlaub)


 

Airlines

ImageNach der aktuellen Unfallstatistik der Aero International ist die australische Quantas mit 34 unfallfreien Jahren die  weltweit sicherste Fluggesellschaft, gefolgt von Finnair und Cathay Pacific.

Air Berlin steht auf Platz 5, und die Lufthansa wegen eines Unfalls im Jahr 1974 erst auf Platz 17. Berücksichtigt wurden auf Basis des Jahres 2005 die Zahl der Passagiere und die Entfernungen (Revenue Passenger Kilometer).

Die Statistik ist zu Recht umstritten. Grund: Der (Un-)Sicherheitsfaktor Zeit spielt keine Rolle. Wie lange müssten sich also etwa Reisebusse oder Autos den Unfallgefahren stellen, bevor 300 Menschen 10.000 Kilometer zurückgelegt haben? Und: Wenn eine renommierte Airline vor mehr als 30 Jahren einen Unfall hatte, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie heute einen weiteren Crash erleidet? Wohl nicht, zumal die Ratings auch die Unfälle berücksichtigen, die nicht durch die Airlines verursacht wurden. Das gefährlichste am Fliegen ist die Autofahrt nach Hause, sagen die Piloten. Sie können in Europa also in jedes Flugzeug steigen, entspannen und sich auf Ihren Urlaub freuen. Machen können Sie leider sowieso nichts.


 

Alkohol

Von Genuss beim Sundowner bis zur Flat Rate Party, bis der Arzt kommt – die Bandbreite des Alkoholkonsums ist vielfältig. Alkohol gehört für die meisten Menschen zum gelungenen Urlaub wie gutes Essen, neue Eindrücke, der vorübergehende Abschied vom Alltagsstress und wie das Baden und Schwimmen.

Leider passen aber Schwimmen und Alkohol überhaupt nicht zusammen.

Was sich etwa in Es Arenals auf Mallorca oder in Lloret de Mar an der spanischen Costa Brava („Lloret geht nie ins Bett“) an Sauforgien abspielt, ist unbeschreiblich. Diese Locations seien aber nur stellvertretend für viele andere Trinkplätze im Urlaub genannt, wo volle Dröhnung und Komasaufen ebenfalls alltäglich sind.

Es ist wohl so, dass Jugendliche überfordert sind und mit den Anforderungen in Schule, Beruf, in der Familie und unter ihresgleichen nicht mehr zurecht kommen und zudem im Urlaub einfach nur noch vergessen und grenzenlos leben und erleben wollen. Der Bielefelder Jugendsoziologe Klaus Hurrelmann betreibt Ursachenforschung: „Aus ihrem Ohnmachtsgefühl heraus suchen die Jugendlichen nach dem Kick, der ihnen sonst im Leben fehlt.“

Die Kontrollen in den Ferienzentren sind auch – den Promillegrenzen zum Trotz - mal so und mal so. Wer Urlaub auf der kleinen Baleareninsel Formentera macht, hat so gut wie nie etwas zu befürchten, solange er nicht mindestens eine Stunde lang Schlangenlinien fährt oder in einen Unfall verwickelt wird. Und wer nachts auf Formentera in den Leihwagen oder auf den Roller steigt, muss nach unseren Erfahrungen damit rechnen, dass kaum einer nüchtern ist oder weniger als 0,5 Promille in sich hat.

Am Strand kann sowieso jeder so viel in sich reinschütten wir er und sie will. Vollrausch kann man nicht verbieten. Natürlich soll auch in diesem Sommer auf Formentera wieder alles anders werden. Mehr Polizei, mehr Strandbewachung. Mehr Präsenz, mehr Prävention.


 

Ansauganlagen

Ansauganlagen in Schwimmbädern sind verantwortlich für mehrere Badeunfälle, mehrere davon mit tödlichem Ausgang. Auszug aus den Horrormeldungen: In letzter Sekunde war ein Mädchen im niederrheinischen Issum dem Tod durch Ertrinken entronnen. Die Zwölfjährige war mit ihren Haaren unter Wasser gezogen worden. Badegäste Imagebemerkten die verzweifelte Situation des Kindes und schnitten ihm die Haare ab. In Gummersbach war ein Mädchen bei einem ähnlichen Unfall ertrunken. Auch dort hatten sich die Haare des Kindes in der Sauganlage des Schwimmbades verfangen.

Im europäischen Ausland gab es ebenfalls eine Reihe von tödlichen Unfällen. Evelyn Wagner, Mitglied im Blausand.de-Team, verlor ihren Sohn Philipp im Auffangbecken einer griechischen Ferienanlage, als dieser in das ungesicherte Ansaugrohr geriet. Die engagierte Kämpferin hat kürzlich nach langen Jahren juristischer Auseinanandersetzungen ein richtungsweisendes Urteil vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erwirkt, wonach Reiseveranstalter auch dann für Freizeitanlagen im Bereich der Ferienanlage haftbar sind, selbst wenn diese nicht zum unmittelbaren Programmangebot gehören und nicht im Katalog stehen.


 

Aufblasbares

Viele meinen: Je grösser die Luftkammern der Delphine, Krokodile und Dinosaurier sind, desdo sicherer sind  Kids und Jugendliche im Wasser.

Das ist ein gefährlicher Unsinn. Der einzige Vorteil: Sie oder Ihre Kinder werden eher gesehen. Ansonsten ist nicht nur der Spass, auch das Risiko gross. Auch dann, wenn  - darauf sollten Sie beim Kauf unbedingt achten - der Gegenstand mehrere aufblasbare Kammern hat.

Ende Juli 2007 wurden am Strand von Thiessow an der Südküste der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) fünf Menschen vor dem Ertrinken gerettet, unter ihnen vier Kinder und Jugendliche. Die Kinder waren bei stark ablandigem Wind mit zwei nicht seefesten Schlauchbooten auf das Meer hinausgetrieben worden. Etwa zur gleichen Zeit war ein zweites Schlauchboot in größerer Entfernung von der Küste gekentert. Die Besatzung des auf der Greifswalder Oie stationierten Seenotkreuzers «Bremen» konnte die 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen in letzter Minute aus dem Wasser bergen. Sie wurden mit starker Unterkühlung in ein Krankenhaus geflogen.

Susanne Woelk von der Aktion „Das sichere Haus“, im Nebenberuf Schwimmlehrerin, gibt Tipps:

Image “Luftmatratzen und Schwimmtiere sind dann gefährlich, wenn die Kinder selbst noch nicht schwimmen können. Luftmatratzen und Schwimmtiere verführen dazu, sich in tiefem Wasser sicher zu fühlen. Wenn Kinder dann aber beim Toben von der Luftmatratze herunterfallen, können sie ganz schnell ertrinken. Und darin besteht die Gefahr. Bei den Schwimmtieren kommt noch hinzu, dass sie insgesamt instabil und auch oft so geformt sind, dass Kinder leicht herunterrutschen können. Dadurch ist die Gefahr noch ein wenig größer als bei einer Luftmatratze Sicheres Badespielzeug in dem Sinne gibt es nicht. Da muss man eindeutig vor warnen. Gerade wenn die Kinder, wie schon erwähnt, noch nicht schwimmen können. Es sollten daher immer Erwachsene dabei sein, wenn die Kinder sich in freien Gewässern mit Badespielzeug befinden.

ImageZusätzlich sollten die Kinder noch Schwimmflügel tragen, damit sie, wenn sie von dem Spielzeug herunterfallen, nicht sofort untergehen. Zu warnen ist vor sehr dünnem Plastik, da dieses auch sehr leicht kaputt gehen kann. Ganz im Gegensatz zu einer festen Luftmatratze, die oft noch einmal zusätzlich beschichtet ist. Ich würde sagen, dass Kinder erst dann richtig schwimmen können, wenn sie ihr Freischwimmer-Abzeichen abgelegt haben. Die erste Schwimmprüfung, das Seepferdchen, zeigt nur, dass ein Kind in einem stillen Gewässer eine 25 Meter-Bahn bewältigen kann. Von sicherem Schwimmen kann man erst beim Freischwimmer sprechen. Und auch dann sollten die Kinder nie alleine mit dem Schwimmspielzeug ins Wasser gelassen werden”


 

Aufsichtspflicht

„Eltern haften für ihre Kinder“, steht am unbewachten Badesee. Fachleute können darüber nur lachen, denn diese "Drohung" ist rechtlich wirkungslos. Eltern haften für ihre Kinder nur dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Klar ist: Eltern müssen auf ihre minderjährigen Kinder aufpassen und Ertrinken ist für Kinder die weithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. Das Alter des Kindes ist ebensoImage entscheidend wie der individuelle Entwicklungsstand. Kleine Kinder brauchen mehr Aufsicht als größere; normal entwickelte Kinder kann man eher alleine lassen als Kinder, die verhaltensauffällig oder noch nicht so fortgeschritten in ihrer Entwicklung sind.

Kinder müssen aus zwei Gründen beaufsichtigt werden: Um sie vor Schäden zu bewahren und um andere Personen vor Schäden zu bewahren. Generell ist die Aufsichtspflicht erfüllt, wenn, so interpretieren Juristen, mit “vernünftiger Voraussicht” versucht wird, Schäden zu vermeiden. Dabei spielt die Umgebung eine entscheidende Rolle: Welche Gefahren drohen? Im Haus ist es so, dass Kinder nicht auf Schritt und Tritt überwacht werden müssen. Ein vierjähriges Kind darf alleine in seinem Zimmer spielen, ohne dass die Eltern es ständig überwachen müssen. Am Badesee müssen Kinder permanent beaufsichtigt werden und haben immer Ihre beiden Augen verdient.


 

Auswärtiges Amt

ImageReisewarnungen vom Auswärtigen Amt sind oft keine wirkliche Orientierung für Reisende.

Basis sind, so der Tourismusexperte Karl Born von der Fachhochschule Harz, "Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern zu pflegen und nicht, Urlauber vor einem Gefahrengebiet zu warnen:" Wenn überhaupt, erlasse das Auswärtige Amt Reisewarnungen "immer erst dann, wenn schon etwas passiert ist." 
Nicht nur Born fordert neutrale Reisewarnungen eines unabhängigen Gremiums, um die "Abhängigkeit des Auswärtigen Amtes von der Tourismusindustrie zu überwinden".


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