Von C bis D
 

Costa Blanca

Die Costa Blanca Rundschau (für die spanische Küste zwischen Valencia und Alicante) berichtete in ihrer Internet-Ausgabe ("Mörderisches Meer") im Juni 2006 – der Hochsommer hatte noch gar nicht begonnen - über eine große Zahl an Badetoten an Spaniens westlicher Küste.

Am Strand Arenales del Sol bei Elche war gerade ein 71-jähriger Deutscher ertrunken. Die rote Flagge hatte er ignoriert. Vier Tage zuvor war an gleicher Stelle ein 40-jähriger Ekuatorianer ertrunken. Zuvor wurde in El Campello ein 20-jähriger Guineaner aufs Meer hinausgezogen. Er konnte erst mehrere Tage später tot geborgen werden. Tödliche Badeunfälle gab es 2006 Imageaußerdem in Torrevieja, Elche, El Campello und Benidorm. In Dénia fand ein Surfer am vergangenen Wochenende die Leiche eines 34-jährigen Mannes; und auch im nahe gelegenen Oliva wurde ein 65-Jähriger tot aus dem Wasser geborgen.

Mehr als 60 Menschen in der Provinz Alicante wurden in den vergangenen vier Jahren Opfer der Fluten, schreibt die Zeitung. Am häufigsten traf es die Gemeinden El Campello, Alicante, Elche, Santa Pola, Guardamar, Torrevieja und Orihuela - sprich: den gesamten südlichen Teil der Costa Blanca. „Die neuralgischen Punkte in Elche sind die Strände von La Marina und El Rebollo", warnt Rettungs-Koordinator Rubén García. In El Rebollo ereignete sich 2005 ein besonders schlimmer Unfall, bei dem eine 44-jährige Deutsche und ihr 15-jähriger Sohn starben.


 

Dänemark

Im August 2005 wurde wie in jedem Jahr über tragische Badeunfälle in Dänemark berichtet, bei denen Kinder, aber auch Erwachsene ums Leben gekommen sind. Nach Angaben der Behörden waren 2005 in Dänemark bis zum August bereits 14 Menschen ertrunken - so viele wie im gesamten Jahr 2004.

ImageZwei deutsche Touristen ertranken Anfang August 2005 im Westen Dänemarks. Wie die Polizei mitteilte, waren der Mann und seine Mutter mit drei anderen Familienmitgliedern in Nymindegab, rund 30 Kilometer nördlich von Esbjerg (Jütland), beim Baden. Sie seien bei starkem Westwind in die Strömung vor der Küste geraten. Nach den Verunglückten wurde mit einem Hubschrauber und einem Seenotrettungsboot gesucht - doch ohne Erfolg. «Es war sehr windig und die Strömung kräftig», sagte ein Polizeisprecher. Angaben über das Alter oder die Heimatstadt der Opfer machte die Polizei nicht. Die 38-jährige Ehefrau des verunglückten Mannes musste im Krankenhaus behandelt werden. Ihr 10 Jahre alter Sohn und ihre 16-jährige Tochter begleiteten sie nach Angaben der Polizei, waren aber beide unverletzt.

Mitte August 2005 ertrank ein fünfjähriger deutscher Junge bei Hvide Sande, nachdem er aus einen Gummiboot herausfiel. Der Junge und seine Eltern waren gerade am Strand angekommen, und während die Eltern dabei waren, auszupacken, zog der Junge das Gummiboot ins Wasser und setzte sich rein. Das Boot wurde schnell abgetrieben und der Junge schrie um Hilfe. Sein Vater sprang ins Wasser und schwamm hinterher, konnte aber das Boot nicht einholen und mußte aufgeben. Ein Kajakruderer setzte hinterher, aber etwa 100 Meter von der Küste kenterte das Boot und der Junge fiel ins Wasser. Nach jedem der traurigen Todesfälle melden sich Kritiker zu Wort und weisen darauf hin, dass es an dänischen Stränden unzureichenden Einsatz von Rettungsschwimmern gibt – meist folgten »Ausreden« von Bürgermeistern oder anderen Repräsentanten der Kommunen und Orte, wo Menschen ertrunken sind, dass auch Rettungsstationen – wahrscheinlich – die Unfälle nicht hätten verhindern können.

Image Ganz unrecht hatten die Vertreter der Kommunen sicher nicht, die gerne Badeunfälle vermeiden möchten, die leider an den langgestreckten, oft relativ wenig frequentierten jütischen Westküstenstränden ebenso passieren wie an stark bevölkerten Stränden in der Nähe der Städte. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt in Deutschland in fast allen Badeorten an der Nord- und Ostsee deutlich gekennzeichnete bewachte Badestrände, an denen ausgebildete Rettungsschwimmer die Badegäste im Auge behalten. Auf Sylt werden z. B. auch Warnzeichen gehisst, die bei starkem Wellengang auf Gefahren durch Strömungen hinweisen – oder sogar Badeverbot signalisieren.

Die bewachten Strandabschnitte erhöhen den Sicherheitsstandard. Doch das kostet Geld. Und da liegt in Dänemark der Haken – man ist hierzulande stolz und froh darüber, dass der Besuch der Strände kostenlos ist. In Deutschland müssen die Besucher der Strände oft stattliche Gebühren zahlen, wenn sie den Strand besuchen wollen. Mit den Einnahmen aus der Kurtaxe wird u.a. auch der Rettungsdienst finanziert.

Image Es sieht nicht so aus, als wenn man sich in Dänemark zur Erhebung von Kurtaxe entschließen will. Doch trotzdem sind Forderungen an die Fremdenverkehrsorte berechtigt, wenigstens die Information der in- und ausländischen Strandgäste über die Gefahren zu verbessern. Im Oktober 2005 berichtet der Norddeutsche Rundfunk, dass es weiterhin keine Lebensretter an der Westküste Dänemarks geben werde. Hier machen jährlich hunderttausende Deutsche Urlaub. Rettungskräfte waren von verschiedenen Stellen gefordert. Begründung des Bürgermeisters von Blavandshuk: Lebensretter würden den Urlaubern "nur Sicherheit vorgaukeln". Im Bericht des Radiosenders wurde weiterhin darauf hingewiesen, dass es Lebensretter in Dänemark weiterhin nur auf Seeland geben werde. Dort machen vorwiegend Dänen Urlaub.


 

Defibrillator

ImageEin Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Kammerflimmern bei Herzstillstand beenden. Defibrillatoren gibt es auf Intensivstationen, in Notarztwagen und Arztpraxen, seit einigen Jahren auch in vielen öffentlich zugänglichen Gebäuden und Orten für eine Anwendung durch medizinische Laien.

Das Zeitfenster für die Rettung ist bei einem Kammerflimmern äußerst eng. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Jede untätige Minute ohne Defibrillation vermindert die Überlebenschancen um 10%. Nach 5 Minuten treten bereits die ersten irreparablen Hirnschäden ein.

In Deutschland dürfte es inzwischen 20.000 “Defis” an öffentlichen Plätzen geben. An Badestellen gibt es auf jeden Fall zu wenig Geräte, auch an den Stränden der europäischen Urlaubsländer gibt es eine eindeutige Unterversorgung der auch von Laien zu bedienenden Lebensretter. Ein Grund ist der Widerstand der ärztlichen Standesorganisationen.

Aus gegebenem Anlass weisen wir aber darauf hin, dass Defis nicht nur angeschafft, auch gewartet werden müssen. Der Defibrillator, der sein Dasein jahrelang in einem Mallorca-Restaurant in Strandnähe fristet und dessen Batteriecheck noch nie durchgeführt wurde, bringt im Notfall gar nichts.

Weit mehr als 75% der Betroffenen, sagen US- Studien, könnten mit Hilfe des automatischen Notfall-Defibrillators schadensfrei gerettet werden. Wäre es deshalb nicht sehr sinnvoll, die Verbreitung dieses technischen Lebensretters zu forcieren? Die Björn-Steiger-Stiftung, bekannt geworden durch die Schaffung einer einheitlichen Notrufnummer und Notrufsäulen an Autobahnen, engagiert sich intensiv für dieses Ziel.


 

Don`t swim alone...

ImageTaucher machen es mit ihrem "Buddy-Prinzip" vor und sind durch gemeinsames Tauchen fortschrittlicher als Schwimmer, weil sie damit auf viele Wassergefahren besser vorbereitet sind.

Nie allein zu schwimmen, ist ein Tipp für Ihren Badeurlaub, der wichtig sein kann, wenn Sie plötzlich Schwierigkeiten bekommen. Wir wollen nicht schon wieder den Teufel an die Wand malen und die zahlreichen Möglichkeiten dafür aufzählen. Lieber wollen wir Ihnen schmackhaft machen, wie schön das Schwimmen mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihren Freunden sein kann. Und wie sicher Sie sich dabei zu Recht fühlen können.


 

Dunkelziffer

Schwer genug bis fast unmöglich ist es, die Zahl der Ertrinkungsopfer in europäischen Ländern zu ermitteln. Die Weltgesundheitsorganisation sprechen von jährlich zwischen 35.000 und 40.000 Opfern in Europa, das sind statistisch gesehen 100 Menschen, die jeden Tag im Wasser ums Leben kommen. Völlig ausgeschlossen ist es, festzustellen, wieviel Fast-Unfälle passieren. Bei Beinah-Ertrunkenen rechnet man mit einer 500 bis 600 mal höheren Dunkelziffer. 

Besser einzuschätzen ist der Anteil der Menschen, die meist durch unprofessionelles Verhalten bei einem Rettungsversuch im Wasser ertrinken. Vermutlich jeder zehnte Laienretter kommt dabei ums Leben.


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