Von N bis O
 

Nichtschwimmer

ImageNach der so genannten Sprint-Studie des Deutschen Sportbundes (2005) hat ein "großes Manko an fehlenden Sportstätten bei 20 Prozent aller Schulen" dazu beigetragen, dass das Stundensoll des Schwimmunterrichts nicht erfüllt werden kann. Auch die Schließung vieler öffentlicher Bäder oder ihre Nutzung als "Spaßbäder" stellt laut Bundesregierung ein wachsendes Problem dar. Man setze sich zwar für Verbesserungen im Schulsport ein, müsse aber auf die Zuständigkeit der Länder und Kommunen verweisen. Im Klartext: Es ist, wie es ist und die Wahrscheinlichkeit, dass sich im föderalen System der Schwimmeranteil flächendeckend verbessert, liegt knapp über null. Und auch diese Gründe sind entscheidend und werden gern unter den Teppich gekehrt: immer mehr verbreitete motorische Defizite, mangelnde Bereitschaft von Eltern, ihre Kinder in den Schwimmkurs zu schicken und auch fehlender Schulschwimmunterricht.

In Schwimmbädern mögen Nichtschwimmer-Kids die grösste Risikogruppe sein. In anderen Gewässern wie dem Meer trifft dies nicht zu. Hier spielen Unkenntnis über die Gefahren, Risikobereitschaft und Leichtsinn sowie nicht vorhandene Warn- und Rettungssysteme eine mindestens genauso grosse Rolle wie Schwimmfähigkeiten.Augenscheinlich hilft es, wenn man schwimmen kann – wenigstens wegen des psychologischen Antriebes, den es gibt, wenn man sich im Wasser wiederfindet. Andererseits ertrinken genau so viele Schwimmer wie Nichtschwimmer in Situationen, in denen Schwimmen möglich ist. Allzuoft sind gute Schwimmer sogar wesentlich risikobereiter als Nichtschwimmer und weniger gute Schwimmer haben (etwa am Atlantik) oft mehr Respekt vor dem bewegten und oft furchterregenden grollenden Wellen.

Blausand.de fordert deshalb seit Jahren, Ursachenanalysen bei Badeunfällen - sowohl national als auch europaweit - zu realisieren.


 

Nordsee, Deutschland

ImageGefährlich sind vor allem Gezeitenströmungen bei Einsetzen der Ebbe, Brandungssog und Priele im Wattenmeer bei auflaufendem Wasser. In den Sommermonaten existieren insgesamt gute Sicherheitsbedingungen durch die Präsenz von Wasserrettungsdiensten - besonders auf den Inseln. Das gilt aber nur dann, wenn Sie die Badezeiten und Badezonen beachten.


 

No risk no fun

Wir kennen diesen Spruch aus dem Bereich der Extremsportarten. Aber es ist so eine Sache mit dem Spass und dem Risiko. Große Menschen gehen eher Risiken ein als kleine, Frauen sind vorsichtiger als Männer, und mit steigendem Alter lässt die Risikobereitschaft deutlich nach: Zu diesen Resultaten kamen Wissenschaftler der Instituts zur Zukunft der Arbeit, der Universität Bonn sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung  in Berlin. Besonders bemerkenswert: Wer gerne Risiken eingeht, ist mit seinem Leben zufriedener.

Zufriedener vielleicht, aber vielleicht haben Menschen dann auch eine kürzere Lebenszeit. Und wenn Sie das Risiko für den Spass im Wasser brauchen, sind andere Menschen ebenfalls durch Sie gefährdet. Und die wollen sicher selber entscheiden, ob sie ein Risiko eingehen wollen....


 

Notruf (und die fünf Ws)

ImageNotruf war nicht nur der Name einer TV-Sendung auf RTL (die im August 2006 eingestellt wurde). Der Name beschreibt ein Signal, das übermittelt wird, um bei einem Notfall professionelle von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei zu alarmieren. Eine Notsituation kann in jeder Sekunde entstehen. Hier kann man sich die "fünf Ws" noch einmal einprägen: (wo, was geschah, wie viele Personen, welche Erkrankung oder Verletzung, warten auf Rückfragen) Und dank der Björn-Steiger-Stiftung gibt es seit 2006 ein Handy-Ortungssystem - aber nur nach kostenloser Registrierung zu nutzen. Wichtigste Tipps bei Badeunfällen: Erst die Rettungskette mit dem Notruf 112 über Handy (ohne Vorwahl) in Gang setzen, erst dann helfen und die Blausand.de-Rettungstipps unbedingt beachten.

Bei Unfällen und anderen Notlagen im In- und Ausland kann es auf jede Sekunde ankommen, am Strand, auf der Straße, beim Wandern. Bundesweit ist die 110 die Polizei, bei Rettungsdienst und Feuerwehr - die 112. In Deutschland kann per Handy die 112 ohne Vorwahl gewählt werden.  Ein Trick bei schlechtem Netzempfang: An abgelegenen Stellen (Gebirge, einsame Badeseen) Handy ausschalten, wieder einschalten und 112 wählen - das Handy sucht sich dann das stärkste Netz. Das Servicecenter in Deutschland hat eine mobile und kostenlose Notrufnummer: 0800 / 66 83 663. Hierbei wird der Standort über das Handy lokalisiert: Helfer finden schneller zum Einsatzort. Die Situation in Europa: in den meisten Ländern kommt Hilfe unter 112 - aber nicht in allen.

In der Schweiz ist die Polizei via Festnetz unter 117 zu erreichen, Unfälle unter 144. In Österreich kommt Hilfe unter 133 oder 144. Beim Handy erreicht man den Rettungsdienst in fast allen europäischen Ländern unter 112 - ohne Vorwahl. Tipp: Sich vor dem Urlaub beim Automobilclub zu den jeweils gültigen Telefonnummern schlau machen und gleich auf dem Handy speichen.


 

Organspendeausweis

ImageSeit Jahren hat der Verfasser dieser Tipps einen Zettel zwischen den Ausweispapieren und war aber kürzlich erstaunt über die Meldung, dass es nur 4000 Transplantationen pro Jahr in Deutschland gibt. Denn: 12.000 Menschen warten in Deutschland auf eine gesunde Niere, ein gesundes Herz, eine gesunde Lunge. Und jeden Tag sterben drei Deutsche, weil es nicht genug Spender gibt.

Der Grund: Immer noch gilt in Deutschland die Zustimmungsregelung. Der Verstorbene oder die Angehörigen müssen zugestimmt haben - durch den Spendenausweis oder den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. Zu hoffen ist, dass die Widerspruchsregelung in Deutschland zügig Wirklichkeit wird: Wenn der Verstorbene zu Lebzeiten nicht widersprochen hat, können Transplantationen erfolgen und die Zahl der vergeblich wartenden Menschen wäre deutlich kleiner - aber nur dann, wenn die Politik mehr Zeichen setzen würde und mehr Kliniken mitmachen würden. Im internationalen Organspendenvergleich ist Deutschland leider auch nur Mittelmaß.

Also, liebe Leser dieser Zeilen, besorgen Sie sich (möglichst noch vor Ihrem Urlaub) bei Ihrem Arzt oder Apotheker Ihren Organspendeausweis. Die "Nebenwirkungen": Wenn Ihnen etwas passieren sollte, sorgen Sie dafür, dass ein Mensch oder mehrere Menschen weiter leben können.

 


 

Osteuropa

Kritische Infrastruktur, auch beim Rettungswesen. Allerdings sind Ausbildungsniveau bei Rettungsschwimmern (besonders in den Regionen Rijeka und Dubrovnik) und auch die Rettungslogistik in Kroatien und auch in Bulgarien (Schwarzes Meer) verbessert worden. Ausbildungsunterstützung durch deutsche Wasserrettungsorganisationen erhalten in Osteuropa zukünftig auch Litauen, Rumänien, Russland und die Ukraine. Für Notfälle: Rumänien: Deutsche Botschaft, Bukarest, Tel. (021) 2029830, Polizei: 955 und 112, Unfallrettung/Notarzt: 961 und 112, in den Mobilnetzen: 112. Bulgarien: Deutsche Botschaft, Sofia, Tel.: (02) 918380, Polizei: 166, Unfallrettung/Notarzt: 150.



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