Von W bis Z
 

Wachkoma

ImageBei Statistiken zur Zahl von Ertrinkungsopfern wird oft vergessen, dass auf einen Todesfall vermutlich noch einmal fünf bis zehn sogenannte "Beinahe-Ertrinkungsfälle" kommen. Diesen Menschen, meist sind es Kinder, kann zwar durch intensivmedizinische Maßnahmen immer häufiger das Leben gerettet werden, jedoch sind die Langzeitresultate ernüchternd, wie eine Untersuchung zeigt: Jedes vierte beinah ertrunkene Kind, das wiederbelebt wird, stirbt innerhalb des ersten Jahres nach dem Unfall. 18% liegen nach einem Jahr immer noch im Koma, bei 37% bleiben schwere und bei 13% mässige neurologische Schäden zurück. Nur in 7% der Fälle finden sich leichte bis gar keine neurologischen Defizite. Jedes zweite Kind trägt eine Epilepsie davon.

Oft machen betroffene Eltern - dem Internet sei Dank - auf diese Gefahren aufmerksam und stellen beeindruckende Webseiten ins Netz - etwa über das Schicksal von Mark-Philip aus Kelsterbach, dessen Vater Jochen Börner auf der Seite www.widesky.de  mit kaum vorstellbarer Liebe und Hingabe immer und immer wieder über das Leben seines Sohnes berichtet. Vor mehr als zwölf Jahren wurde Mark-Philip nach ein paar unachtsamen Minuten leblos aus einem Teich geborgen. "Alles, was bleibt, ist einzig die Liebe und Hoffnung, die andere Dir entgegenbringen", steht auf der Webseite von Jochen Börner.

Im Juni 2005 fällt Elias, ein besonders fröhlicher, ausgelassener und aufgeweckter Junge, gerade mal 1 1/2 Jahre alt, in ein nur 15 Zentimeter tiefes Regenwasserbecken. Nach 10 bis 15 Minuten zieht man ihn raus. Auch hier die Diagnose: Apallisches Syndrom, Wachkoma. Auch seine Eltern stellen die beeindruckende Webseite www.wachkomakind-elias.de ins Netz. Die Eltern von Elias, Caroline und Jörg Windolf von Meding, engagieren sich im Blausand.de-Team gegen das Ertrinken.


 

Warnflaggen

ImageWeltweit ertrinken jährlich etwa 500.000 Menschen. In Europa kommen im Jahr mindestens 35.000 bis 40.000 Menschen durch Ertrinken ums Leben. Unkenntnis über die Gefahren ist ein wesentlicher Grund für das Ertrinken. Deshalb kämpft Blausand.de für ein einheitliches und für jeden verständliches Warnsystem in Europa sowie dafür, dass besondere Gefahren (wie zum Beispiel Unterströmungen) durch eindeutige Symbole und in Form von mehrsprachigen Warnhinweisen deutlich gemacht werden.

In den meisten Ländern Europas gibt es zur Zeit die folgende Flaggensymbole:

Grün: Baden erlaubt
Gelb: Vorsicht, Baden gefährlich!
Rot:Baden verboten!

ImageAn vielen Stränden gibt es ein farbenfrohes und buntes Bild und es sieht aus wie auf einem amerikanischen Kindergeburtstag. Der Nachteil: An etlichen Stränden sind gelbe und rote Warnflaggen nicht gut zu erkennen.

Empfehlung: Erkundigen Sie sich in Ihrem Urlaubsland nach Ausnahmen und seien Sie skeptisch, wenn die grüne Flagge gehisst ist. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass der Badestrand auch bewacht ist. Grüne Flaggen vermitteln eine trügerische Sicherheit.

Der Weltverband der Wasserrettungsorganisationen hat inzwischen ein neues Sicherheitskonzept vorgeschlagen. Demnach sollen rot/gelbe Flaggen in den nächsten Jahren weltweit an Stränden und Badegebieten eingeführt werden. Man hat sich darüber hinaus für das Setzen von Windsäcken (rot-weiss oder orange) ausgesprochen. Sie sollen nur bei ablandigem Wind gesetzt werden und auf die Gefahr hinweisen, auf offenes Meer abzutreiben.


 

Warnschilder

ImageWarnschilder an Europas Badestränden? Diese sind absolute Mangelware.

Die Tatsache, dass die mit Abstand grössten Gefahren am Mittelmeer und am Atlantik Strömungen sind und auf diese Gefahren nur in Ausnahmen hingewiesen wird, ist ein Widerspruch, ein Skandal. Noch eine bemerkenswerte Besonderheit: Warum deutsche Staatsbürger beim Badeurlaub, am Mittelmeer, am Atlantik mehrsprachige, hauptsache deutschsprachige Warnschilder erwarten und wir unseren ausländischen Gästen und Bewohnern mit Verständnisproblemen hierzulande "treudeutsche" Beschriftungen zumuten, bleibt vorerst rätselhaft. Angekündigte Warn-Pictogramme - das wäre die beste Lösung - sind bisher nicht sichtbar.


 

Wasser

ImageJährlich am 22. März gibt es den Weltwassertag, in einer Resolution der Vereinten Nationen 1992 ins Leben gerufen, um Menschen auf das wichtigste Nahrungsmittel der Welt hinzuweisen und der Selbstverständlichkeit zu begegnen. Nach wie vor stirbt weltweit alle acht Sekunden ein Kind aus Gründen, die mit dem Element Wasser zu tun haben. Wasser ist vieles, manchmal Leben und manchmal auch Tod.

Wasser tötete vor wenigen Jahren an einem einzigen Tag 230.000 Menschen und sorgte später dafür, dass die zurück Gebliebenen nach dem Tsunami weiterleben konnten, weil sie sauberes Wasser erhielten. Wasser ist der Stoff, aus dem das Leben ist - aber nur dann, wenn der Mensch Respekt zeigt und vor allem auch endlich lernfähiger wird.


 

Wasserrettungshunde

ImageWasserretter gibt es auch auf vier Beinen - nicht unumstritten, trotzdem faszinierend. Hunde – auch wenn Sie in Wasserrettung ausgebildet sind – werden sich auch in Notsituationen artgerecht verhalten und individuellen Rettungssituationen mit panisch reagierenden Menschen nicht unbedingt gerecht werden. Immerhin soll es bereits Lebensrettungen der tierischen Art gegeben haben.

In Italien zum Beispiel tragen Lebensretter Fell statt knapper Badehose: Wasserrettungshunde bewachen 8000 Kilometer Küste. Am Lago d`Iseo in Norditalien werden sie für ihren gefährlichen Einsatz trainiert. Mit dem Hubschrauber gelangen die Retter auf vier Beinen zur Unglücksstelle. Dann kommt der Sprung ins Meer. Vor Triest gibt es für zwei Tage ein großes Gebell. Dort treffen sich alle Rettungsstaffeln des Landes zu einem Manöver.


 

Wattenmeer

ImageWenn Sie die „10 Gebote für unkundige Wattwanderer“ beachten, schützen Sie sich vor den häufig unterschätzten Gefahren:

1. Nie allein ins Watt und bei aufziehendem Gewitter sofort wieder raus. 2. Vorher nach Wattwanderungszeiten (Tafel) erkundigen. 3. Markierungspunkt auf dem Festland merken. 4. Muschelbänke meiden (Verletzungsgefahr). 5. Auf den Rat von Kundigen hören. 6. Nie in der Fahrinne baden. 7. Bei auflaufendem Wasser nie in der Nähe von Prielen aufhalten – besonders gilt das für Nichtschwimmer. 8. Benutzen Sie keine Luftmatratzen im Watt. 9. Ablaufendes Wasser und Ostwind sind riskant – auch für gute Schwimmer. 10. Bei ablaufendem Wasser nicht zu weit hinausschwimmen.

Und es kann Ihnen auch nicht schaden, wenn Sie Ihr Handy mitnehmen. Höchstens dem Handy.


 

Weltgesundheitsorganisation WHO

Für das Jahr 2000 hat die World Health Organisationen (WHO) Zahlen und Informationen zum weltweiten Ertrinken veröffentlicht. Die Statistik hat global eine unvorstellbare Zahl von 409.272 Menschen erfasst, die in diesem Jahr im Wasser ums Leben gekommen sind. Dabei ist die eigentliche Zahl viel höher, weil Flutopfer, Transportunfälle, Angriffe und Suizide in diesen Daten nicht enthalten sind. Ertrinken ist damit weltweit die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen im Strassenverkehr. Diese Zahlen repräsentieren einen Anteil von 9 Prozent aller nicht natürlichen Todesursachen. 97 Prozent davon geschehen in Ländern mit kleinem und mittlerem Einkommensniveau. Ertrinken orientiert sich dabei an der Definition, die beim "word congress on drowning" im Jahr 2002 in Amsterdam festgelegt wurde: Als ertrunken gilt danach ein Mensch, der einen Herzstillstand durch einen sogenannten Immersionsschock erfährt und dessen Atmung im Wasser versagt. Alle weiteren Informationen zum weltweiten Ertrinken gibt es hier.


 

World Water Safety 2007

ImageDer weltweit wichtigste Kongress für Badesicherheit, die World Water Safety 2007, fand vom 27. bis 29. September 2007 im portugiesischen Porto statt. Einen Blausand.de-Bericht über den Kongress lesen Sie hier.

Den vorletzten Kongress gegen das Ertrinken gab es 2002 in Amsterdam ("World Congress On Drowning"). Die Ergebnisse waren trotz der Beteiligung von 500 Experten aus aller Welt eher dürftig. Eine über die Grenzen der Zielgruppe Experten hinausgehendes Bewusstsein konnte nicht erwirkt werden. Ein Ergebnis: 80 Prozent aller Ertrinkungsunfälle könnten durch präventive Massnahmen verhindert werden.


 

Zehn Irrtümer über das Ertrinken

ImageWerner Hermes aus Mannheim schrieb im Blausand.de - Gästebuch zu den 10 Irrtümern über das Ertrinken: "...einfach die beste Info-Quelle bezüglich Water Safety in Deutsch ... "

Es geht dabei um die grössten Gefahren beim Schwimmen im Mittelmeer und Atlantik, die tragischerweise von den meisten Urlaubern erst dann erkannt werden, wenn sie diese Probleme hautnah erleben. Rettungsschwimmer berichten, dass Unterströmungen die Ursache für 80 Prozent aller Rettungseinsätze im offenen Meer sind. Hier sind die zehn Irrtümer und die Erwiderungen.

Ertrinken wird man kaum verhindern können.
Irrtum 1.
Experten haben ermittelt, dass weltweit vier von fünf aller Ertrinkungsunfälle durch vorbeugende Maßnahmen verhindert werden könnten.

Ich bin ein guter Schwimmer, ich bin weniger gefährdet.
Irrtum 2.
Und Auch gute Schwimmer sind den Kräften des Wassers oft nicht gewachsen, wenn sie von Strömungen weggezogen werden.Die Erfahrung zeigt auch, dass weniger erfahrene Schwimmer mehr Respekt vor dem Meer haben

Aus einer Unterströmung komme ich leicht wieder raus.
Irrtum 3.
Selbst wenn Sie wissen, wie Sie sich verhalten sollten (sich seitlich heraustreiben lassen, auf das Wasser legen), wird Ihnen entstehende Panik in einigen Fällen einen Strich durch die Rechnung machen.

Unterströmungen treten nur im Winterhalbjahr auf.
Irrtum 4.
Auch in der Hauptsaison und in den heißen Sommermonaten muss mit Strömungen gerechnet werden.

Wenn Strände nicht bewacht sind, sind sie nicht gefährlich.
Irrtum 5.
Das wär schön! Die meisten Strände in Europa sind nicht bewacht. Bewachung findet (wenn überhaupt) nur in Urlaubszentren und an stark besuchten Stränden statt. Es ist, wenn möglich, immer besser, an bewachten Stränden zu baden.

Wenn jemand Hilfe braucht, schwimme ich sofort hin und rette ihn.
Irrtum 6.
Jeder zehnte Retter kommt durch unüberlegte Rettungsaktionen ums Leben. Sie gefährden sich zusätzlich, wenn Sie allein retten wollen, ohne vorher eine Rettungskette (Notruf, Rettungswacht, Abstimmung mit anderen Strandbesuchern) in Gang zu setzen. Retten sollten Sie möglichst nur mit anderen Menschen, mit Auftriebskörpern und nur dann, wenn Sie sich dies körperlich zutrauen.

Strömungen entstehen nur, wenn der Wind Richtung Meer weht.
Irrtum 7.
Viel gefährlicher ist es oft, wenn der Wind auflandig Richtung Strand weht und das zurücklaufende Wasser mit dem auflandigen Wasser Verwirbelungen bildet. Gefährlich sind ablandige Winde dann, wenn Luftmatratzen oder Gummiboote benutzt werden - besonders von Kindern.

Bei grüner Flagge gibt es keine Gefahr, ich brauche also nicht aufzupassen.
Irrtum 8.
Die grüne Flagge suggeriert (trügerische) Sicherheit, die es nicht gibt. Außerdem können sich die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit ändern. Grüne Flaggen haben an Badestränden nichts zu suchen !

Strömungen gibt es eigentlich nur bei höheren Wellen.
Irrtum 9.
Entscheidend sind vor allem Windstärke, Windrichtung und die Bodenform unter Wasser. Schwallbrecher zum Beispiel brechen unterhalb der Wasseroberfläche und können rund um Felsen sehr gefährlich sein.

Ich sehe schon, wenn es gefährlich ist.
Irrtum 10.
Unterströmungen sind für Laien unsichtbar, nur spürbar.


 

Zeichen

ImageDie Zeichen, auf die Sie vor dem Baden achten sollten, sind: Warnflaggen, Hinweisschilder auf spezielle Bedingungen (Bedeutungen der Flaggen, Badeverbot, Strömungen, Standorte von Rettungsschwimmern und Erste Hilfe-tationen).

Und es wäre schon nicht schlecht, wenn Sie wissen, wie Sie eindeutig signalisieren können, wenn Sie Probleme im Wasser haben: Arme nach oben und zur Seite schwenken. Das ist deshalb wichtig, weil Ihre Rufe bei intensiven Wellengeräuschen untergehen, geschluckt werden. Keiner hört Sie. Aber man sieht Sie.



 

P.S.: Kommen Sie gut wieder zurück !

ImageWenn Sie sich bis zu dieser Seite über Sicherheit im Urlaub informiert haben, sind Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde bestens dafür gerüstet, um gut erholt und sicher wieder nach Hause zurückzukommen.

Wo auch immer Sie Ihren Urlaub verbringen, am Atlantik, am Mittelmeer oder in Deutschland am Badesee in Ihrer Nähe:

Blausand.de wünscht Ihnen für die schönsten Wochen des Jahres 2008 alles Gute.



Image © Blausand.de 2008. Alle Rechte vorbehalten. Haben Sie Anregungen für den Urlaubsservice 2008 ?  Unsere Mailadresse:
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