Ertrinkungsstatistik 2007
ImageMindestens 484 Menschen ertranken im letzten Jahr in Deutschland – ein Fünftel weniger als 2006. Das gab die DLRG auf einer Pressekonferenz am 13. März bekannt.

Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht, denn die Vergleichszahlen im vorletzten Jahr lagen weit über dem Durchschnitt. Und können Statistiken für mehr Badesicherheit sorgen? Ohne detaillierte Unfallanalysen und Risikobewertungen für Badestellen ganz sicher nicht.


Nach den Schreckenszahlen des Jahres 2006 mit über 600 Ertrinkungstoten in Deutschland informierte die DLRG-Pressekonferenz am Donnerstag, 13. März im Hotel ImageCourtyard by Marriott am Maschsee von Hannover über eine ermittelte Ertrinkungszahl von 484 Menschen.

Ursächlich für den Rückgang gegenüber dem Jahr 2006, so der DLRG-Präsident Klaus Wilkens, sei der kühle und über weite Strecken verregnete Sommer 2007. Viele Menschen hätten auf ein Bad im Meer, Binnensee oder Schwimmbad verzichtet. Im Juli des vergangenen Jahres ertranken 106 Menschen weniger als im Vergleichsmonat 2006.

"Das Ergebnis ist nur auf den ersten Blick erfreulich. Die Langzeitbilanz zeigt ein anderes Bild. Seit dem Jahr 2000 sind in Deutschland 4258 Männer, Frauen und Kinder ertrunken. Das sind im Mittel 532 Menschen pro Jahr. Das ist für eine hoch einwickelte DLRG-Verantwortliche Wiese, Janssen, Wilkens, Schulte-H?lsmannGesellschaft entschieden zu viel und nicht zufrieden stellend. Es ist in den vergangenen Jahren grundsätzlich nicht gelungen, die Ertrinkungszahlen insgesamt signifikant zu senken", kommentierte der DLRG-Präsident.

Die Statistik bestätigt wieder einmal die Gefahrenquelle Nummer eins, für den Ermittlungszeitraum 2007 sogar noch mit steigender Tendenz: 84% der tödlichen Unfälle, 204 Menschen, ertranken in Flüssen und 154 in Binnenseen. Weitere 50 Personen kamen in Kanälen und Hafenbecken ums Leben.

Um die Sicherheit im und am Wasser zu verbessern, müssen nach Ansicht der DLRG Risikoanalysen Imagean Badestellen durchgeführt und auf dieser Basis Rettungsschwimmer eingesetzt sowie Schwimmbäder erhalten werden.

Nord- und Ostsee sind im Vergleich mit Flüssen und Seen weitgehend sichere Gewässer. Lediglich 19 Menschen kamen zwischen Borkum und Usedom ums Leben.

Die DLRG-Statistik zeigt: Immer mehr ältere Menschen ertrinken. 249 Männer und Frauen, das sind 51,4% der Ertrunkenen, waren 51 Jahre und älter. In den letzten fünf Jahren stieg der Anteil der über 50-Jährigen von 44 auf über 51 Prozent. Hier zeigen sich die Schattenseiten einer gestiegenen Mobilität der Älteren, die oft körperliche Vorschädigungen mit ins Wasser bringen und somit eindeutig einer Schwimmer-Risikogruppe zuzuordnen sind.

DLRG-Pr?sident Klaus WilkensInsgesamt hoffnungsvoll, so die Zahlen aus dem letzten Jahr,  ist die Entwicklung bei den Kindern. Im letzten Jahr ertranken "nur" 18 Kinder im Vorschulalter. Nie war die Zahl der ertrunkenen Jungen und Mädchen bis fünf Jahre geringer.

Erfreulich ist, so lautet das Fazit der Organisation Blausand.de, dass die DLRG als größte Wasserrettungsorganisation der Welt die jährlichen Ertrinkungszahlen ermittelt und vorlegt. Dieses Engagement steht in zum Teil krassen Gegensatz zur Übung anderer Länder und deren Organisationen, Unfallzahlen weder zu ermitteln noch zu veröffentlichen. Nicht, weil man dazu nicht in der Lage wäre, sondern auf purer Angst vor den Imagefolgen in einem  touristischen Verdrängungswettbewerb.

Andererseits sollte die DLRG auch einen Schritt weiter gehen und zwei weitere wichtigere Daten ermitteln.

Besonders für den notwendigen Druck auf Kommunen mit gefährlichen unbewachten Badestellen und für die Forderung nach mehr Bewachung wäre es unabdingbar, zu ermitteln, wie hoch der prozentuale Anteil der tödlichen Unfälle an unbewachten Unfallstellen ist und wie hoch der prozentuale Anteil an Ertrinkungsopfern ist, die über keine Schwimmfähigkeiten verfügten.

Dass die Zahlen in Bayern am höchsten sind, viel mehr Männer als Frauen ertrinken, die Küsten an Nord- und Ostsee vergleichsweise sicher sind und vier von fünf Opfern in Seen und in Flüssen ums Leben kommen: Diese Erkenntnisse haben sich in den letzten Jahren kaum verändert.


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