| Grotesk: rote Flaggen für bewachte Strände |
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Blausand.de, Die Organisation für Badesicherheit in Europa, fordert angesichts der täglich einhundert Ertrinkungsopfer in Europa seit fast 10 Jahren einheitliche, eindeutige und leicht verständliche Warnflaggen an Badestellen. Besonders für das Badeverbot. Die Farbe Rot: Symbol für Stopp, Warnung und potentielle Gefahr Im Verständnis von Menschen steht die Farbe Rot für Gefahr und Verbote. Das wird besonders im Straßenverkehr deutlich: Weltweit sind die Ampelfarben gleich, weil Rot bei Tag und Nacht gut sichtbar ist. Auch in anderen Lebensbereichen, bei Notschaltern, Alarm, Zutrittsverboten, roten Karten im Fußball, Kennzeichnung für Lebensmittel und im Halteverbot wird die Farbe Rot als Symbol für Stopp, Warnung und potentielle Gefahr verstanden. Am Sonntag, 3. Mai, soll in Anwesenheit von Philipp Rösler, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, die Wachsaison auf der Nordseeinsel Borkum eröffnet und den Insulanern das Prädikat „Lifeguarded Beach“ (Bewachter Strand) durch die „International Life Saving Federation of Europe“ (ILSE), Dachorganisation europäischer Wasserretter, zuerkannt werden. Und das ausgerechnet mit einer roten Flagge. Liebe Borkumer, liebe Scharbeutzer, liebe Sierksdorfer: Wir freuen uns, dass Sie Wert auf bewachte Strände legen. Aber diese Risikoflaggen gehören nicht an den Strand. Verantwortungsbewusste Badegäste werden an Stränden mit roten Flaggen überhaupt nicht ins Wasser gehen, und das ist auch gut so. Rote Flaggen mit derartigen irritierenden Botschaften führen übrigens nicht nur zu leeren Badestränden, sondern sogar zu höherem Baderisiko, weil dann ein durch rote Flaggenfarben signalisiertes Badeverbot, das gar keins ist, nicht mehr ernst genommen wird. Unfallorte: Flüsse und Seen, nicht das Meer Man muss sich auch fragen, ob die Verantwortlichen ausgerechnet mit der Veranstaltung auf einer Nordseeinsel ein richtiges Signal für mehr Badesicherheit in Deutschland setzen. Ertrinkungsgefahren lauern im Binnenland. Niedersachsen ist nach Zahlen der DLRG hinter Bayern das Land mit den inzwischen zweithöchsten Ertrinkungszahlen Deutschlands, hat aber mit 64 Ertrinkungsopfern völlig andere Unfallorte als die Nordseeinseln. Hier kam im vergangenen Jahr ein Mensch ums Leben. In niedersächsischen Flüssen, Seen, Kanälen, Hafenbecken und Teichen ertranken hingegen 50 Menschen. An einem der Binnenseen würde eine Saisoneröffnung der Wasserretter mehr Sinn machen als auf einer der nahezu sicheren Nordseeinseln. Diese verfügen neben flächendeckender Bewachung über klar abgegrenzte Badeabschnitte, haben festgelegte Badezeiten und Feriengäste, die vor der Nordsee deutlich mehr Respekt zeigen als vor den Risikogewässern Flüsse und Seen im Inland. |
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